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Nach 90 Jahren kam das Wasser durch: Zwei Wagen der Museumsbahn mit neuem Dach

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erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | "Bei gebogenen Dächern muss man besonders genau und sorgfältig arbeiten." Dachdecker Lars Herut passt die Schweißbahn an der oberen Rundung des Eisenbahnwaggons penibel an die bereits verlegte Bahn an. Es war für die Mitarbeiter der Dachdeckerei und Klempnerei Gerhard Pilch aus Scheggerott eine nicht alltägliche Aufgabe auf dem Bahnhof in Kappeln. Sie haben die Dächer von zwei über 90 Jahren alten Reisezugwagen norwegischer Bauart der Angelner Dampfeisenbahn erneuert.

Auf der Holzunterkonstruktion hatten die norwegischen Waggonbauer Teerpappe gelegt. Darauf war in den vergangenen Jahren immer wieder Teer aufgetragen worden, um kein Wasser in das Wageninnere eindringen zu lassen. Mit der Zeit aber wurde das Dach an einigen Stellen immer wieder undicht. Bei einer Fahrt mit der Museumsbahn erfuhr Gerhard Pilch von dem Problem und erklärte sich spontan bereit, unentgeltlich zu helfen. Mit ins Boot holte er die Gerüstbaufirma Ralf Nissen aus Kappeln, die für eine fachgerechte Einrüstung der Wagen sorgte.

Auch wenn Vorarbeiter Lars Herut die Arbeit seiner norwegischen Kollegen lobte, wurde es nach 90 Jahren Zeit, das Dach komplett neu abzudichten. Dazu wurde die alte Abdichtung bis aufs Holz abgetragen, die Unterkons truktion gereinigt und mit einem Vorstrich versehen. Eine Traufkante soll das Wasser ableiten. Aufgetragen wurde eine Schweißbahn, die allen Witterungsbedingungen standhält.

Bei der Abnahme der Arbeiten lobte der Betriebsleiter der Museumsbahn Klaus Jordt die Arbeiten, die den zwei Reisezugwagen zwanzig Jahre Sicherheit gibt. Er dankte Pilch und Nissen, dass sie mit dieser Spende im Wert von etwa 7000 Euro die Museumsbahn unterstützen.

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