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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 01:03 Uhr

Pommerby : Nabu sucht neuen Vorsitzenden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Dagmar Struß will nicht mehr an der Spitze stehen. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Pommerby | Die rund 300 Mitglieder zählende Nabu-Ortsgruppe Ostangeln befindet sich in einer personell schwierigen Situation. Das wurde beim Tagesordnungspunkt Wahlen in der Jahresversammlung deutlich. Bereits vor einem Jahr hatte Dagmar Struß aus Kappeln wegen Arbeitsüberlastung das Amt der ersten Vorsitzenden abgegeben, war aber als zweite Vorsitzende im Vorstand geblieben und wollte jetzt eigentlich auch dieses Amt niederlegen. Doch es kam anders.

Zur neuen Vorsitzenden war vor einem Jahr Birgitt Jessen-Braun aus Steinbergkirche gewählt worden, doch sie trat im Laufe des vergangenen Jahres aus persönlichen Gründen zurück, sodass die Führung der Ortsgruppe seitdem kommissarisch in Händen von Dagmar Struß liegt – eine Situation, die möglicherweise noch einige Zeit währen wird. Denn aus den Reihen der Mitglieder war bisher niemand bereit, in die Fußstapfen von Jessen-Braun und Struß zu treten.

Zu Beginn der Versammlung hatten Gerhard Herchert, Malte Dallmeyer und Martin Willers über die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres berichtet. Da ging es auch um die Nabu-Hütte, in deren Keller sich Ratten eingenistet hatten. Beim Leerräumen seien außerdem 50 Rotbauchunken entdeckt worden, die dort überwinterten. Was den Hütten-Zustand betrifft, bestehe erheblicher Renovierungsbedarf. Die Nabu-Ortsgruppe nahm teil am Naturerlebnistag in Falshöft.

Berichtet wurde zudem vom Bundesfreiwilligen-Dienst auf der Geltinger Birk ebenso wie von der jährlichen Strandreinigung vor Beginn der Brutsaison. Der Fund von sechs Kubikmetern Müll verdeutliche, wie wichtig diese Aktionen seien, hieß es. Informiert wurde zudem über ornithologische Erhebungen, deren Ergebnisse von einem großen Artenreichtum auf der Birk zeugen. Allerdings war der Bruterfolg gering, da es große Probleme mit den Räubern wie Fuchs und Co. gegeben hatte. Um den Bruterfolg zu steigern, hatten sich Mitarbeiter der Integrierten Station um verschiedene Schutzmaßnahmen bemüht.

Dagmar Struß erläuterte, dass die Erarbeitung von Stellungnahmen zu Baumaßnahmen einen hohen Zeitaufwand erfordern. Denn die müssten rechtlich fundiert sein, und die Gruppe habe nicht die Kapazitäten, um alles abzuarbeiten. Der Nabu sei nicht auf Konfrontation aus, sondern suche Kompromisse. Man habe sich gegen das Feriendorf auf der „Sandkoppel“ in Nieby ausgesprochen. Doch was den aktuellen Strand betreffe, werde das Vorhaben nun realisiert. Ob dagegen geklagt werden könne, sei noch zu prüfen. Mit Blick auf Arnis und das dortige Vorhaben, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen, das auch als Veranstaltungshalle dienen soll, plädierte Dagmar Struß für ein „vernünftiges Lichtkonzept“ im Interesse der Vögel. Lichtschutz sei mit Blick auf die Erweiterungspläne auch für die Cremilk in Kappeln erforderlich, zudem seien ortsnahe Ausgleichsmaßnahmen vonnöten. Diese fordere auch die IGU Kappeln, wie deren Vorsitzende Eva Heimsoth ergänzte.

Der Dialog mit der Helma Ferienimmobilien GmbH, Investorin im Ostseeresort Olpenitz, hinsichtlich des Feriendorfes gestalte sich erfolgreich, so Struß: „Es wird gemeinsam überlegt, was für den Naturschutz möglich ist.“ Dazu gehöre die Überlegung, im Vorhafen einen zehn mal 50 Meter großen Ponton als Brutinsel zu verankern. Bedenklich nannte Struß die Handhabung des Kreises, Bereiche für Bauvorhaben aus den Landschaftsschutzgebieten herauszulösen.

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