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Musiker aus der Region bringen Leben ins Atrium

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Alte Post meets music“ heißt die neue Konzertreihe, die ab Mitte April die Hotel-Lobby mit Musik beleben soll

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 12:20 Uhr

Wie so oft hat ein Zufall den Stein ins Rollen gebracht: „Ich war auf der Suche nach einer Location für ein Band-Foto“, erinnert sich Wilfried Krickhahn. Der Gitarrist und Sänger, der nur Wille genannt wird, probt mit seiner Band „Anplack“ gewissermaßen Wand an Wand mit der „Alten Post“ in der Rathausstraße. Sängerin Britta Sprenger habe dann alle ermuntert, es im Hotel zu versuchen. Wille Krickhahn traf auf Kerrin Brandt. Sie ist Marketing-Leiterin seit der Eröffnung im Februar vor einem Jahr. Brandt hatte nichts gegen eine Fotosession der Band. „Und wie ich so bin, habe ich gebohrt“, vollendet Krickhahn die Geschichte. Er hat nicht locker gelassen – mit dem Ergebnis, dass die Idee für eine Konzertreihe in der Hotel-Lobby geboren war.

„Für uns ist wichtig, dass nach so viel Leerstand wieder Leben reinkommt“, am liebsten durch Musiker aus der Stadt und der Region, erklärt Kerrin Brandt den Wunsch des Hauses mitten in der Innenstadt. Und Flensburger sollen kommen. Viele würden denken, dies sei ein Hotel und nur Gästen vorbehalten, sagt Brandt. Doch sie will die Hemmschwellen abbauen und Flensburgern Türen öffnen, „und wenn es nur für einen Kaffee ist oder abends für ein Bier“, sagt die Sylterin, die in Flensburg zur Schule ging.

Für Musiker aus der Umgebung ist Wille Krickhahn der Spezialist mit einem anständigen Netzwerk. Seinen ältesten Freund kennt der Kaufmann seit 46 Jahren, und zwar von der Schulband. „Faint“ hieß sie. Heute spielen beide wieder in einer Band: Jens Marquardsen ist Drummer bei Anplack. Das Quintett hat schon eine Art Vorpremiere für die Reihe hingelegt, und zwar im November vor 60, 70 Zuschauern, schätzt Kerrin Brandt. „Wir lernen dadurch auch“, sagt die Marketingchefin. Für die neue Reihe „Alte Post meets music“, die fürs erste vier Konzerte in diesem Jahr vorsieht, wird die Bühne nicht mehr unterhalb eines Teils der Decke des Obergeschosses, sondern luftig daneben aufgebaut. Das hat auch den Vorteil, dass die Säulen wie noch bei der Generalprobe nicht mehr die Sicht behindern können. Für die Akustik weiß Krickhahn, dass die Boxen hoch stehen müssen und ein Treppenabsatz nicht genügt. Für die Anlage sorge jeder Künstler selbst, aber der Gitarrist und Sänger will beim Soundcheck hilfreich zur Seite stehen. Und wenn doch etwas fehlt, könne er schnell aus dem eigenen Probenraum von nebenan schöpfen.

„Was wir geben können, ist alles drum herum“, sagt Kerrin Brandt. Die Sessel aus der Lounge werden vor die Bühne gerückt, dahinter um Stehtische ergänzt. Locker soll die Atmosphäre sein. Man könne „sitzen, stehen oder tanzen“. Beide Eingänge werden offen sein, weil die Alte Post ein Hotel bleibt und auch Restaurantbesucher kommen.

Das neue Team betritt Neuland, doch wird zugleich eine Tradition wiederbelebt: Thomas Frahm vom Kulturbüro erinnert sich, dass er mit seiner Hofkultur 2002 zum ersten Mal hier Konzerte veranstaltete – bis 2007. Und auch Folk Baltica war im Atrium zu Gast.

Die Premiere der Reihe von Brandt und Krickhahn beschickt am 14. April um 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) das Duo „Traum und Zeit“. Dahinter verbergen sich die Sängerin Julia Böttcher und der Pianist Jens Petersen. Der Eintritt für dieses Konzert kostet 12 Euro, bei den beiden Konzerten danach (französische Chansons mit „Dans ma rue“ am 23. Juni und acoustic specials mit Anplack am 15. September) geht ein Hut herum. Am 17. November erklingt „The finest of bar music“ mit erneut Julia Böttcher, dem Saxophonisten Norbert Fimpel und dem Pianisten Daniel Roth.

Der Vorverkauf für „Traum und Zeit“ sei bereits gestartet, sagt Kerrin Brandt und lächelt, „an der Rezeption. Und die ist 24 Stunden geöffnet.“

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