Rüdiger Wolff : Musikalische Botschaften eines Flensburg-Botschafters

„Jede Stadt braucht ihre Fürsprecher“, sagt Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar (rechts) und steht bei der CD-Präsentation im sh:z-Medienhaus neben zwei von ihnen: Schauspielerin Renate Delfs und Sänger und Schauspieler Rüdiger Wolff.
„Jede Stadt braucht ihre Fürsprecher“, sagt Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar (rechts) und steht bei der CD-Präsentation im sh:z-Medienhaus neben zwei von ihnen: Schauspielerin Renate Delfs und Sänger und Schauspieler Rüdiger Wolff.

Rüdiger Wolffs neue CD „Sündhaft blau“ mit Texten von Busch, Kästner und Tucholsky ist ein Plädoyer für Frieden.

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13. Mai 2015, 16:00 Uhr

Flensburg | In der jüngsten Sendung des Norddeutschen Rundfunks über Rüdiger Wolff sei der Flensburger Chansonnier mit Sängern wie Piaf und Brel in einem Atemzug genannt worden, erinnerte Stephan Richter, Sprecher der Chefredakteure der medien holding:nord, anlässlich einer „Welt-Premiere“: Nicht etwa beim NDR oder der ARD präsentierte Rüdiger Wolff am Dienstag seine neue CD „Sündhaft blau“ der Öffentlichkeit, sondern im Medienhaus des sh:z.

Dafür erntet der Flensburg-Botschafter eine angedeutete Umarmung einer anderen Flensburg-Botschafterin, der herzlichen Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar. Angesichts der Thematik werde ihr Grußwort etwas länger ausfallen müssen, stellt sie entschuldigend voran. Krätzschmar empfindet das Werk als „leidenschaftlichen Appell gegen Krieg und für Toleranz“. Nur wenige Tage zurück liegt ihre Teilnahme an Gedenk-Veranstaltungen zum 70. Jahrestag des Kriegsendes; auch die Eltern von Rüdiger Wolff seien unter den Gedenkenden gewesen. „Ihre Familie lebt das, was Ihr Sohn singt“, betont die Stadtpräsidentin.

Ohne seine Mutter wäre dieses Album womöglich nie entstanden, er hat es seinen Eltern gewidmet. Es habe „viel Persönliches von mir mitbekommen“, sagt Rüdiger Wolff, dessen Leben sich „komplett verändert hat“, seit er vor einem halben Jahr von seiner Krankheit erfahren habe. Eine neurologisch bedingte Muskelerkrankung, die fortschreite, störe den Informationsfluss von den Nerven zu den Muskeln, die sich zurückbildeten. Im Studio äußere sich das so, dass er seine Arme nicht mehr anheben und die Kopfhörer aufsetzen könne. Die Kollegen sprechen dann trotzdem oder erst recht scherzhaft vom „Kopfhörer-Service“ und entsprechen damit der positiven Lebenseinstellung Wolffs. Die CD ist Ausdruck dessen. Sein Leben sei geprägt gewesen von Unterhaltungsmusik (und populären Fernsehformaten), sagt Wolff, der Ende Mai 62 wird. „Ich möchte genau das machen, was ich schon immer machen wollte“, habe er sich nun vorgenommen. Die Texte stammen von den „Meistern der Satire“ Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky und Erich Kästner; die Musiken, so formuliert der Literaturwissenschaftler Wolff, von ihm. Der Tonkünstler hat zum Beispiel gewagt, in „Individualität“ einen Busch-Text von 1874 (mit der Pointe „Didelum“) mit einem Jazz zu vermählen. Renate Delfs hat ein anderes Lied noch mehr berührt. Flensburgs erste Ehrenbürgerin, die mit Wolff auf der Bühne und vor der Kamera agiert hat, ist angetan von „Fantasie von übermorgen“. Darin erzählt Wolff mit Kästners Worten von Frauen, die den Männern den Krieg verbieten. Und da ist wieder eine Botschaft des Flensburg-Botschafters.

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