zur Navigation springen

Musical: Grundschüler spielen für Kindergartenkinder

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Es ist normal, verschieden zu sein.“ So beschreibt Hans Stäcker, Schulrat der Stadt Flensburg, den Grundsatz von Inklusion. Zuvor hatte er mit viel Begeisterung ein Theaterstück von Schülern der Schule auf der Rude für Kinder des ADS-Kindergartens und Mehrgenerationenhauses Süderlücke verfolgt.

Inklusion ist ein Thema, mit dem sich viele Schulen heute auseinander setzen müssen und wollen. Die Schule Auf der Rude, die insbesondere aufgrund ihres Standorts in der Südstadt einen hohen Anteil von Kindern mit Förderbedarf aufweist, arbeitet ebenfalls mit einem inklusiven Schwerpunkt. Schulleiterin Inga Steiner hält es für wichtig, den Kindern zu zeigen, dass alle gleich seien und bei Aufgaben gleichberechtigt eingebunden werden können. Sie sollen nicht zurückgestuft und gesondert behandelt werden.

Nach diesem Prinzip entwickelten die 93 Schüler der Schule ungeachtet ihres Förderstatus auf Grundlage von Rolf Zuckowskis bekannter Geschichte „Ich bin stark“ ein Theaterstück: Zehn jahrgangsübergreifende Gruppen übernahmen jeweils einen Aufgabenbereich, um das Theaterstück letztlich zu einer berührenden Darstellung zu bringen. Bühnenbild, Catering und Requisiten wurden genauso selbst konstruiert, wie auch Tanz, Gesang und Schauspiel von den Kindern übernommen wurde. Im Zuge der Projektwoche studierten die Kinder gemeinsam mit den Lehrkräften und Schulsozialarbeitern ihren Text oder Gesang ein, bastelten an der Kulisse oder schmückten die Schule, um ihr Stück zum Abschluss der Projektwoche den Eltern zu präsentieren. Darauf aufmerksam geworden, bat Margit Kunstmann, Kindergartenleiterin des ADS-Kindergartens und Mehrgenerationenhauses Süderlücke, um eine erneute Vorstellung am gestrigen Mittwoch in ihrem Kindergarten. „Die Kindergartenkinder hingen förmlich an den Lippen der Schauspieler“, beschreibt sie deren Reaktionen.

Passend zur Osterzeit wurden in dem Stück auch schmerzliche Themen wie Tod und Verlust verarbeitet, mit denen viele der Kinder schon in Kontakt gekommen waren. Ebenso wurden aber auch Selbstbehauptung und Stärke thematisiert.

„Es ist schön, mit was für einer Begeisterung die Kinder bei der Sache sind und wie selbstbewusst sie agieren“, beschreibt Inga Steiner die allgemeine Atmosphäre, „Trotz der Ferien sitzt der Text immer noch perfekt.“

So war es gar nicht möglich zu bemerken, welche Kinder einen Förderbedarf aufwiesen und welche nicht. Jedes Kind wurde wie selbstverständlich in das Stück eingebracht und trug seinen Teil bei. Welch ein gelungener Ansatz von Inklusion.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen