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Flensburger Stadtspeicher und Kran : Museumspläne für das Hafen-Ostufer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verein Historischer Hafen legt Ideenskizze für Erweiterung der maritimen Perlenkette vor: Schaumagazin, Werkstatt, Läden, Café

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 06:15 Uhr

Den Historischen Hafen verortet der Durchschnitts-Flensburger üblicherweise auf der Westseite: Museumshafen, Schifffahrtsmuseum, Museumswerft, Alexandra, weitere Schiffe aus Stahl, klassische Yachten bilden hier die maritime Perlenkette entlang der Schiffbrücke. Doch der Trägerverein hat seine Fühler längst auf die andere Hafenseite ausgestreckt. Im Prozess der Neu- und Umgestaltung an Ballast- und Harniskai, der gerade erst begonnen hat, möchte er sich gern beteiligen, hat eine Reihe kreativer bis visionärer Ideen formuliert und führt erste Gespräche.

Der Dachverein aller maritim-historischer Akteure hat eine Konzeptskizze verfasst, in der vor allem der unter Denkmalschutz stehende Stadtspeicher, die daran anschließenden Schuppen D und E sowie der ebenfalls unter Schutz stehende Kampnagel-Kran im Mittelpunkt stehen. Dieses Ensemble sieht der Verein nicht zuletzt wegen der unmittelbaren Nähe zum Yachting Heritage Center und zur Yachten-Werft von Robbe & Berking als besonders geeignet für eine maritim-museale Nutzung an.

Seit etwa einem Jahr brütet eine Gruppe um Dieter Dockhorn, Vorsitzender des Fördervereins des Schifffahrtsmuseums, über Ideen für das Ostufer. Dafür gibt es nicht zuletzt praktische Gründe: So seien die Lager- und Werkstatt-Räume des Schifffahrtsmuseums und des Historischen Hafens an der Stiftstraße wegen der Planungen für das Baugebiet Schwarzental gekündigt worden, so Dockhorn. Ersatz gebe es zwar, aber eher am Stadtrand. Die sehe er nur als „Zwischenlösung“ an und sieht Werkstätten und Magazine langfristig am Hafen-Ostufer.

Natürlich weiß Dockhorn, dass die Firma Bauplan Nord konkrete Pläne für den Stadtspeicher hat, die Inhaber Torsten Koch auch kürzlich öffentlich im Namen der Ölmühle präsentiert hat (wir berichteten). Beide stehen in Kontakt miteinander, Koch hatte jedoch öffentlich klargestellt, dass er für alles offen sei, dass aber auch alles finanziert werden müsse. Für seine Pläne benötigt er die Zustimmung der Ratsversammlung.

Die Dockhorn-Gruppestellt sich im Erdgeschoss des Backstein-Gebäudes ein Schaumagazin für Objekte und Maschinen des Schifffahrtsmuseums, Läden, Werkstätten, handwerkliche Kleinbetriebe und Gastronomie vor. Auch könne man hier das Museums für Flensburger Zeitgeschichte unterbringen, ist doch der Speicher nicht zuletzt auch ein Stück Flensburger Stadtgeschichte. Teil dieses Museums könne auch die Geschichte der Marine in Flensburg sein.

Im sich anschließenden Doppel-Schuppen D und E könnten die wachsenden Sammlungen kleiner Boote der Klassischen Yachten und des Historischen Hafens „festmachen“. Auch der alte gelbe Kran von 1952 spielt im Szenario des Historischen Hafens eine Rolle. Das Gerät, das unter Denkmalschutz steht, kann zwar „nur“ fünf Tonnen tragen, ist aber immer noch regelmäßig im Einsatz und rollt auf seinen Schienen parallel zur Kaikante nord- und südwärts.

Er könnte, so die Idee, beim Bunkern der Kohle für die „Alexandra“ zum Einsatz kommen und beim Dampf-Rundum beim Beladen der Gästeschiffe nützlich sein. „Hiermit kann ein Stück Hafengeschichte publikumswirksam erschlossen werden.“ Er habe die Ideenskizze an alle im Rat vertretenen Parteien und Fraktionen geschickt, bisher aber noch keine Reaktion gehört, so Dockhorn. Der für das Hafen-Ostufer zuständige Sanierungsträger habe zugesagt, das Konzept mit in den Abschlussbericht aufzunehmen. Dockhorn erinnert daran, dass der Vorschlag des Historischen Hafens der einzige bisher bekannte sei, der einen konkreten Bezug zur Flensburger Geschichte aufweist.

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