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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 09:13 Uhr

Premiere : Museen machen die Nacht zum Tag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gelungene Premiere: Nach Kunstperformance, Führungen, Lesung und Geschichten stieg um Mitternacht die Afrobeat-Party

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2015 | 07:48 Uhr

Wer in der ersten Flensburger Museumsnacht nicht dabei war, hat etwas verpasst. Von überallher strömten am Sonnabendabend Menschen in die hell erleuchteten Museen: jungverhuschte Liebespaare, schwarz geschminkte Halloweenies vom alten Friedhof, weintrinkende Kultur-Nerds, neugierige Museums-Erstlinge und nebelflüchtige Hafenherumtreiber schlenderten durch die weit geöffneten Räume. Besonders beliebt waren die Rum-Führung mit Probeschluck im Schifffahrtsmuseum und die coole Cocktail-Bar im Hans-Christiansen-Haus, von der man weit über das nächtlich erleuchtete Flensburg schaute. Das reichhaltige Kultur-Programm in drei Häusern bot für jeden etwas – beispielsweise Führungen zum Thema Nacht und Vorträge mit lockenden Titeln wie „Sex im Tier- und Pflanzenreich“.


Esoterische Botschaften und Wohlfühlklänge


Bestäubt wurden die Besucher auch von den mystischen Wohlfühlklängen der Musikgruppe „Wesen“, die vor farbig-rotierenden Wandprojektionen eindringlich und unerwartet esoterische Botschaften in die Aula sandten.

Die Kunstperformance von Elke Mart blieb ebenfalls geheimnisvoll: Die mit langem Blumenrock und Strohhut gewandete Künstlerin stand im Fenster hoch über den Treppen und wickelte vor dem staunenden Publikum lange weiße Papier- und schwarze Tüllbahnen auf die Stufen ab.

Gleich nebenan war der Andrang zur Lesung im grünen Rokoko-Saal groß: Kerzen in kostbaren Kandelabern verteilten warmes Licht im Raum, golden schimmerten die Rosetten an den Decken. Mit sonorer Stimme las ein Schauspieler Texte von Edgar Allen Poe und Oscar Wilde, und diese passten fast unheimlich gut zu den gemalten Portraits an der Wand. Voll Faszination hörten die Zuhörer dem Vorleser zu, und der Raum mit seinen alten Kunstwerken war wie verwandelt. Um 23 Uhr stand ein Nachtwächter mit Stock und Laterne bereit, der 100 Menschen durch alte dunkle Gassen hinunter zum Hafen führte. Mit wehendem schwarzen Mantel und festem Schritten ging er voran und erzählte von alten Zeiten und Steinen, die Jahrhunderte überdauert haben. Fackellicht begleitete den Aufsehen erregenden Zug, der sich im fröhlichen Reggae-Konzert der „Relatives“ im Schifffahrtsmuseum auflöste.

Um 24 Uhr startete dann die Afrobeat-Party, und erst in den späten Morgenstunden taumelten die letzten Tanzwütigen hinaus auf die nebligen Straßen.


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