Verlängerung um fünf Wochen : Mürwiker Straße in Flensburg: Das ultimative Baustellen-Chaos

Abgekoppelt: Heinrich Luig, Betreiber der Bar „Heinrich’s (links im Bild) ist von der Wegeführung und Verzögerung der Bauarbeiten komplett bedient.
Abgekoppelt: Heinrich Luig, Betreiber der Bar „Heinrich’s (links im Bild) ist von der Wegeführung und Verzögerung der Bauarbeiten komplett bedient.

Die Arbeiten an der Mürwiker Straße werden verlängert – und Geschäftsleute leiden weiter unter Umsatzeinbußen.

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01. November 2017, 07:08 Uhr

Flensburg | Niemand hat gern eine Baustelle vor der Tür. Besonders dann, wenn er ein Geschäft betreibt. Wie etwa Heinrich Luig. Der 34-Jährige ist Inhaber der angesagten Cocktail-Bar mit dem naheliegenden Namen „Heinrich’s“. Das ansonsten gut frequentierte Lokal an der Ecke Mürwiker Straße/Blücherstraße wirkt in diesen Tagen etwas verwaist. Ursache für das Malheur: Eine Dauerbaustelle, die es in sich hat.

Seit über sechs Wochen schon steht hier kein Stein mehr auf dem anderen. Die Mürwiker Straße ist für Kanalbauarbeiten zwischen Kelmstraße und Ziegeleistraße inklusive Tunnel in mehreren Bauabschnitten gesperrt. Und das sorgt für unübersichtliche Problemzonen. Zum Beispiel, weil der stadtauswärtige Verkehr, unterbrochen von provisorischen Zebrastreifen, über die Gegenfahrbahn geführt wird. Nicht nur an der Baustelle vorbei, sondern auch an den anliegenden Geschäften, die, abgesehen von der Parkplatznot, nur noch unter erschwerten Bedingungen angefahren werden können. Betroffen sind etwa ein Hotel, ein Imbiss und Restaurant, Bäcker, Spielhalle und Förde-Apotheke.

Die Betreiber ächzen unter Umsatzeinbußen. Wie eben Heinrich Luig, der mit seiner Classic Bar-Lounge nur noch auf Umwegen erreichbar ist. „Wer zu mir will, muss einmal im Karree fahren, über Osterallee und Klosterholzweg. Über die Mürwiker Straße geht nichts mehr. Das wollen sich die wenigsten Kunden zumuten.“ Ebenso wie der benachbarte Imbiss verdiene er etwa 30 Prozent weniger als an normalen Tagen.

Schon im Sommer war die Lage wegen der aufgerissenen Blücherstraße für beide Geschäfte schwierig genug. „Zwei Tage in der Woche kann ich völlig abschreiben“, klagt Luig. „Am Wochenende kommen zumindest noch treue Stammgäste.“ Stefan Pabst von Bastians Imbiss schildert, wie chaotisch es in diesem Bereich zugeht. „Überforderte Autofahrer fahren über den Bürgersteig, sie wenden hinter dem Tunnel an der Ziegeleistraße, was nicht zulässig ist, der Lieferverkehr spielt verrückt. Und dann wird kontrolliert und abkassiert!“ Zudem sei jede freie Fläche zugeparkt, von Anwohnern, Kunden und Lieferanten. Heinrich Luig ergänzt, dass er und andere in ihrer Not einmal an der Blücherstraße schräg (statt längs) geparkt hätten, um den Platz optimal zu nutzen. „Das gab prompt ein Ticket. Widerspruch – abgelehnt!“

Letzten Freitag sollten die Kanal-Arbeiten ursprünglich beendet sein, doch dann gab es weitere fünf Wochen obendrauf, weil die Stadtwerke mit der Fernwärmesanierung beginnen. „Fristen werden nicht eingehalten, es gibt keine vernünftige Wegeführung und manchmal sind erstaunlich wenige Arbeiter auf der Baustelle zu sehen“, sagen die Geschäftsleute frustriert. Nun hoffen sie darauf, dass zumindest der Termin 30. November Bestand hat. Doch dann droht neues Ungemach. Die Blücherstraße wird erneut beackert – die Telekom muss neue Kabel legen...

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