Flensburg : Mürwik: Ein Stadtteil baut um

In Mürwik gibt es gleich mehrere Baustellen.
In Mürwik gibt es gleich mehrere Baustellen.

Zahlreiche Bauprojekte verändern das Erscheinungsbild des Nordosten Flensburgs. Das neue Einkaufszentrum wird bald fertig.

shz.de von
19. Mai 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Seit Jahren wächst in Flensburg mit der Bevölkerung auch die Zahl der Wohnungen. Gebaut wird in nahezu allen Stadtteilen. Vor allem Flensburgs größter Stadtteil Mürwik (knapp 15.000 Einwohner) verändert sich – durch zahlreiche Neubau- und Sanierungsprojekte.

Das größte steckt noch in den Startlöchern. Die „Alte Gärtnerei“ zwischen Fördestraße, Kiefernweg und Rabenslücke hat zwar mit dem Verkauf der Wohnungen begonnen, doch zu sehen ist noch nichts. „Wir werden dieser Tage mit dem Kampfmittelräumdienst über das Grundstück gehen und schauen, ob hier Munitionsreste liegen“, sagte Ralph Sörnsen von der Woba Böklund, die hier allein im ersten Bauabschnitt 58 Wohnungen errichten will. In den kommenden zwei bis drei Wochen werde man mit dem Aushub der Tiefgarage und des Kellers beginnen; Ende 2016 soll der erste Bauabschnitt fertig sein. Allerdings laufe noch eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Nachbarn sprechen sich vehement gegen die aus ihrer Sicht zu massive Bebauung aus. Die Klage habe aber keine aufschiebende Wirkung, so Teschendorf. Gebaut werden kann trotzdem.

In Mürwik gibt es gleich mehrere Baustellen.
In Mürwik gibt es gleich mehrere Baustellen.
 

Etwas weiter ist man schon einige hundert Meter westlich an der Fördestraße. Hier wird das Projekt „Stadthäuser am Plack“ verwirklicht; in den vergangenen Tagen wurden schon erste Fundamente gegossen. Anders als in der Alten Gärtnerei geht es hier um Mietwohnungsbau.

Das trifft auch auf das Projekt zu, das unter dem Kosenamen „Hansi-Garten“ Eingang ins Vokabular der Stadtplanung fand. Im Winkel aus Fördestraße und Solitüder Straße plant die Gewoba Nord 22 Wohnungen in mindestens zwei Häusern. „Die Kaufverhandlungen mit der Stadt laufen noch“, sagte hierzu Clemens Teschendorf.

Etwas abseits der Fördestraße warten die hundert Jahre alten Gemäuer der früheren Klinik-Ost an der Kelmstraße darauf, wachgeküsst zu werden. Das Unternehmen Dolphin Trust aus Langenhagen hat angekündigt, hier hochwertiges Wohnen unter dem Arbeitstitel „Dolphin an der See“ zu realisieren; noch in diesem Sommer soll die Vermarktung beginnen.

Doch auch im Bereich des gewerblichen Bauens verändert sich Mürwik. Auf dem vergrößerten Grundstück Fördestraße / Friedheim eröffnet der neue Edeka-Markt am 11. Juni, der Aldi-Neubau schon eine Woche vorher. Es folgen weitere Neubauten auf der Fläche des noch bestehenden Aldi-Marktes an der Fördestraße und auf der Fläche der Reihenhäuser Friedheim 4-6, die kürzlich abgerissen wurden. Die Pläne hierfür haben zwar großes Lob bekommen, sind aber noch nicht abgesegnet.

Zwei weitere Bauprojekte, die bisher noch in der Planungsphase stecken, sind eher im südöstlichen Teil Mürwiks an der Grenze zu Engelsby angesiedelt. Wie berichtet, plant der Selbsthilfe-Bauverein auf dem seit Jahren brachliegenden Grundstück des früheren Hochhauses ein neues Servicehaus, das zwar nicht ganz so hoch wie das abgerissene Hochhaus, aber höher als das hier mal geplante Gesundheitshaus werden soll.

Schließlich könnte der von der Stadt geplante Umbau der oberen Osterallee vom Misch- in ein Wohngebiet mit der Planung für 14 Wohneinheiten auf dem Grundstück Osterallee 196 seinen Anfang nehmen. Ein privater Investor möchte hier tätig werden. Das Gebäude des früheren Baustoffhändlers Langer & Nicolaisen wurde abgerissen, die Gas-Tankstelle demontiert. Eine Baugenehmigung gebe es schon seit dem 8. Mai 2014, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf – und sprach von laufenden „Abstimmungsgesprächen“ zwischen Vertretern der Bauverwaltung sowie Bauherrn und Architekten.

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