Harrislee : Müllstau: Baustelle behindert Zufahrt

Hingestellt und nicht abgeholt: Am 3. April werden die Grauen und Braunen wieder geleert in der Hermine-Knuth-Straße; bis dahin müssen sich die Anwohner gedulden.
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Hingestellt und nicht abgeholt: Am 3. April werden die Grauen und Braunen wieder geleert in der Hermine-Knuth-Straße; bis dahin müssen sich die Anwohner gedulden.

Bewohner der Hermine-Knuth-Straße in Harrislee bleiben bis zur nächsten Leerung der Tonnen auf ihrem Abfall sitzen

shz.de von
24. März 2017, 13:03 Uhr

„Es brodelt ein wenig“, sagt ein Anwohner der Hermine-Knuth-Straße in Harrislee und meint zum Glück noch nicht den Inhalt der Tonnen für Restmüll und Biomüll. Aber die sind Gegenstand der Verärgerung der Familien in der kleinen Sackgasse parallel zum Flensburger Damm. Denn sie müssen nochmal anderthalb Wochen warten, bis ihre Tonnen geleert werden. Das hätte eigentlich am Montag geschehen sollen. Doch eine Baustelle hinderte die Müllfahrzeuge an der Zufahrt.

Autos können passieren, aber der Lkw „kam aufgrund der Baustelle definitiv nicht durch“, erklärt Gabriele Dunker-Ulbrich. Die Sprecherin der Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg GmbH (ASF) nennt 4,75 Meter als die von der Berufsgenossenschaft vorgegebene Mindestbreite der Straße. Die Baustelle bestehe schon länger, weiß Dunker-Ulbrich und ergänzt, dass die Leerung der Tonnen bis auf Montag geschmeidig funktioniert habe. Normalerweise klappt das im Kreis sehr gut, sagt die Pressesprecherin und erklärt das Prozedere: ASF werde vom Bauunternehmen unterrichtet, wenn eine Baustelle eingerichtet werde. Außerdem sei vereinbart, dass die Bauarbeiter dafür Sorge tragen, die Behälter an die nächste, fürs Müllfahrzeug erreichbare Stelle zu bringen. „Wir können das gar nicht gewährleisten, und es ist auch nicht unser Job“, betont Dunker-Ulbrich, „das muss der Verursacher der Baustelle machen.“

Und das sind die Flensburger Stadtwerke. Seit sechs bis acht Wochen werde in der Hermine-Knuth-Straße an den Fernwärmeleitungen gearbeitet, sagt Unternehmenssprecher Peer Holdensen. „Die Mülltonnen wurden in den Wochen davor auch problemlos geleert“, fügt er hinzu und bedauert, dass die Entsorgung diesmal nicht geklappt habe. Grundsätzlich würden vor einer Bautätigkeit die örtlichen Rahmenbedingungen begutachtet und werde umfangreich geplant, bei größeren Maßnahmen auch Verkehrsbehörden eingebunden, schildert Holdensen. „Wir achten darauf, dass Ver- und Entsorgung gewährleistet sind.“ Sei eine Vollsperrung geplant, werde der Tiefbauer gebeten, die Tonnen für die Müllfahrzeuge erreichbar an die Straße zu stellen. „Da die Hermine-Knuth-Straße nicht komplett gesperrt war, war das hier eigentlich nicht notwendig“, sagt Peer Holdensen.

„Es hat ein Kommunikationsproblem gegeben“, stellt Gabriele Dunker-Ulbrich klar und kritisiert die Flensburger Stadtwerke, die ASF nicht über die Baustelle informiert hätten. Die Sprecherin hat eine Vermutung, was schief ging: „Am Montag hat es Katzen und Hunde geregnet, da haben die Bauarbeiter gar nicht gearbeitet.“ Ergo war auch kein Tiefbauer da, der die Tonnen erreichbar für das Müllfahrzeug aufreihen konnte. Peer Holdensen kann die Wetter-Theorie nicht bestätigen.

Mit den Kunden habe man indes ein „gutes Agreement“ verabredet, sagt Dunker-Ulbrich. Sie können den Müll, der nicht entsorgt wurde, neben die Tonnen stellen: „Die Mehrmenge wird kostenlos abgeholt“ zum nächsten Termin. Eine Nachleerung gebe es nicht.

Als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet einer der Anwohner das Arrangement, den Hausmüll über zwei Wochen einlagern zu müssen, und denkt dabei an die Menge von Müll, die bei betroffenen mehrköpfigen Familien anfällt. Kleiner Trost: Zum einen regnet es bis zur nächsten Leerung kaum, und die Bautätigkeit werde in spätestens drei Wochen beendet sein, je nach Wetterlage, schätzt Peer Holdensen.

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