Grosssolt : Morgen erklingt die neue Orgel

Freude über das neue Instrument Orgelbauer Reinalt Klein (von links), Uta Letz und Hans-Georg Hansen von der Kirchengemeinde Großsolt-Kleinsolt sowie Pastor Philipp Kurowski.
Freude über das neue Instrument Orgelbauer Reinalt Klein (von links), Uta Letz und Hans-Georg Hansen von der Kirchengemeinde Großsolt-Kleinsolt sowie Pastor Philipp Kurowski.

Stabilitätsprobleme an der Empore verzögerten den Einbau des Instruments in der Großsolter Kirche. Die Kosten kletterten auf 255 000 Euro.

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24. März 2018, 12:18 Uhr

„Welch eine Klangfülle!“ Begeistert lauscht Pastor Philipp Kurowski dem Klang der neuen Orgel in der Großsolter Kirche, während Orgelbauer Reinalt Klein aus Lübeck das Instrument spielt. Er bedient mit seinen Sicherheitsschuhen das Pedal und lässt seine Finger über die Tasten aus Buchsbaum und Ebenholz gleiten. Er kontrolliert, ob das komplizierte Innenleben seines Instruments auch tatsächlich die gewünschten Klänge hervorzaubert. Der Orgelbauer weiß, wie selbst kleinste Abweichungen zu beheben sind. In den letzten Wochen arbeitete sich Klein durch alle elf Register mit ihren schier unzähligen hölzernen und metallenen Pfeifen. Klangfarbe und Lautstärke wurden aufeinander abgestimmt.

„Es ist eine gute Dorforgel geworden“, lautete das bescheidene Urteil des Handwerkers und Musikers. „Es ist ein großartiges Instrument. Auf ihm können richtige Konzerte gegeben werden“, schwärmt indes der Pastor.

Vorerst sind alle froh, dass der lange und kräftezehrende Weg zu Ende ist. Die Vorgängerorgel aus den 1960er Jahren kränkelte eine Weile, bis sie abrupt ihren Dienst verweigerte. Die Kirchengemeinde Großsolt-Kleinsolt hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem Thema Neubau einer Orgel angefreundet. Mehrere Instrumente und Orgelbauwerkstätten wurden besichtigt, bis die Wahl auf Reinalt Klein fiel. Im Sommer 2016 wurde die alte Orgel demontiert und mit dem Neubau unverzüglich begonnen. „Die Enge der Großsolter Kirche stellte eine große technische Herausforderung dar. Denn auf dieser kleinen Fläche mussten für die mächtigere Klangfülle des neuen Exemplars mehr Pfeifen untergebracht werden“, erläuterte Klein. Auch durfte das Instrument nicht schwerer als das Vorgängermodell werden.

Als der Neubau im Oktober 2017 in der Kirche zusammengesetzt wurde, stellte Kleins Auszubildender fest, dass sich der hölzerne Boden abgesenkt hatte. Es wurden Sicherungsträger eingezogen, dann wurde die neue Orgel deinstalliert und schließlich der Boden verstärkt. An den Kosten für eine belastbare Auflage beteiligte sich der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg. Die Finanzierung des Instruments verantwortet die Kirchengemeinde jedoch alleine. Durch die Zusatzarbeiten kletterten die Kosten auf rund 255 000 Euro. „Die Spenden von großzügigen Bürgern und Firmen halfen uns. Wir hoffen weiterhin auf ihre Unterstützung“, so Hans-Georg Hansen.

Die neue Orgel wird am morgigen Sonntag ab 15 Uhr in Anwesenheit des Propstes Helgo Jacobs eingeweiht. Kirchenmusikdirektor Michael Mages wird das Instrument spielen, zusammen mit Orgelbauer Klein wird er die Orgel erläutern und vorführen.

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