Landgericht Flensburg : Mordprozess um Messerattacke auf 17-Jährige startet

Das Haus in der Straße Zur Exe. Hier ereignete sich die grausame Bluttat.

Das Haus in der Straße Zur Exe. Hier ereignete sich die grausame Bluttat.

Dem 18-jährigen Täter wird vorgeworfen, aus niederen Beweggründen auf das Mädchen eingestochen zu haben.

shz.de von
28. August 2018, 11:50 Uhr

Flensburg | Wegen Mordes an einer 17-Jährigen muss sich ein 18-Jähriger vom 4. September an vor dem Landgericht Flensburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtig aus Afghanistan stammenden Angeklagten vor, Mireille aus niederen Beweggründen mit 14 Messerstichen am 12. März getötet zu haben, wie ein Sprecher des Landgerichts am Dienstag mitteilte. Laut Ankläger soll der Mann aus Eifersucht gehandelt haben, weil das Mädchen in den Wochen zuvor eine andere Beziehung eingegangen sei.

Zu Beginn des Prozesses muss das Gericht die Altersfrage klären. „Es gibt widersprüchliche Angaben zum Alter des Angeklagten“, sagte Gerichtssprecher Stefan Wolf. Die Staatsanwaltschaft habe deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Wenn der Angeklagte zur Tatzeit 18 Jahre alt war, müsse die Kammer entscheiden, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewandt werde, sagte der Sprecher. Dann betrüge die Höchststrafe „im Regelfall zehn Jahre“. War er dagegen bereits 21 Jahre alt, käme in jedem Fall Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung. Dann drohe eine lebenslängliche Strafe.

Der mutmaßliche Täter und das Opfer standen seit Jahren unter der Obhut des Jugendamts Flensburg - das deutsche Mädchen wegen ihrer schwierigen Familiensituation, der junge Afghane, weil er 2015 als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland kam.

Für den Prozess sind zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte Mitte Oktober fallen.

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