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Lokale Musikszene : Mofisch und der Mut zum Kitsch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit einem Besuch bei der Probe der fünfköpfigen Band startet das Tageblatt eine Serie über Musikgruppen

Die Flensburger Musikszene lebt! Dazu leistet auch der Musikerstammtisch seinen Anteil, der die vielen Musikbegeisterten vernetzt. In einer Serie stellen wir mehr oder weniger bekannte Bands vor, die in Flensburg und Umgebung in privaten Räumen für ihre Auftritte proben. Heute: Mofisch.

 

Im tiefer gelegten Probenraum bei Familie Gildenast in Harrislee fliegen schon mal Ansagen wie „Arpeggio“ und „Tempo 112“ durch die Luft. Das liegt daran, dass die fünf Mitspieler der Band Mofisch für Musik brennen und ihr Hobby wie professionelle Perfektionisten behandeln. Schlagzeuger Tim Gildenast zum Beispiel überlässt nichts dem Zufall und lässt sich den exakten Takt ins Ohr speisen, wenn er die Songs einzählt. Gewiss nicht nur bei dieser Probe klappen Einsätze, Übergänge, Abläufe wie am Schnürchen und verstehen sich die fünf wie blind.

Disziplin, Können und die stimmige Chemie müssen Gründe dafür sein. Denn solange gibt es Mofisch nun auch noch nicht. Und erst seit einem Jahr verstärkt Ingo Obermöller an der Gitarre die Band. „Das hat von Anfang an richtig gut funktioniert“, sagt Gildenast. Die Band, die Eigenes in der Muttersprache singt, hat sich schon mindestens einmal neu erfunden. 2008 erschien das Debut-Album „Tanzt!“. Für den Song „Gold“ gab es zwei Nominierungen für den Deutschen Rock- und Pop-Preis. Die Teilnahme verbuchen die Mofische als Erlebnis – und Tastenmann Uli Cleres als „Türöffner“ für Auftritte seither. Der Lehrer, unter anderem für Musik am Alten Gym, der auch anspruchsvollen Rachmaninow-Werken flinke Finger verdankt, schreibt die Songs. Sie heißen „Zweite Wahl“, „Nur für den Augenblick“ oder „Bitte, bitte“ und bedienen sich durchaus mal eines fiesen Keyboard-Sounds – so gemein wie die Frau, die darin vorkommt. Arrangiert wird gemeinsam – mit Mut zum Kitsch, ohne Angst vor Spielereien wie eben jenen Sonderklängen. Alle zwei Jahre erscheine eine CD, überschlägt Cleres, vor allem, „weil es Spaß macht zu produzieren“. Die Arbeit im Studio nennt auch Sängerin Tina Hacker als Reiz. Sie ist ein Naturtalent mit markanter Stimme, die auf Deutsch funktioniert. 30 Songs nennen die Mofische ihr eigen. Sie haben auch älteres Material neu arrangiert, mit passender Stilistik versehen, so dass die Lieder entwickelter klingen, aufgeräumter, tragen die Musiker zusammen. „High-End-Pop“ haben sie das mal selbst genannt, und das trifft es einfach.

Nächstes Konzert der „Mit uns das Meer“-Tour: Freitag, 16. Mai, 22 Uhr im Cafe Köm, St. Peter-Ording


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