Flensburger Landgericht : Möbelkauf ohne zu bezahlen: Bande soll Ikea betrogen haben

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Die bestellte Ware ließen sich die Betrüger an verschiedene Adressen unter anderem in Flensburg und Braunschweig liefern.

Es geht um einen Betrug in Höhe von 170.000 Euro. Allein die Verlesung der Anklage dauerte eine Dreiviertelstunde.

shz.de von
16. Januar 2018, 12:14 Uhr

Flensburg | Vier Männer müssen sich seit Dienstag vor dem Landgericht Flensburg verantworten, weil sie als Mitglieder einer Bande die Möbelhauskette Ikea um rund 170.000 Euro betrogen haben sollen.

Mehrere Monate lang soll eine Bande aus Flensburg bei verschiedenen Ikea-Filialen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen Waren gekauft und nicht bezahlt haben. Jetzt müssen sich vier Männer im Alter von 23 bis 43 Jahre für „Betrugstaten als Mitglied einer Bande“ vor dem Landgericht Flensburg verantworten. Insgesamt sollen sie den Möbelkonzern zwischen Oktober 2016 und Mai 2017 um rund 170.000 Euro geschädigt haben. Die Angeklagten wollten sich am ersten Prozesstag am Dienstag nicht zu den Vorwürfen äußern.

Für die Verlesung der Anklageschrift benötigte die Staatsanwältin eine gute Dreiviertelstunde. Ihren Schilderungen zufolge ähnelte sich das Vorgehen in allen angeklagten Fällen: Online wurden Waren ausgesucht und eine Liste erstellt. Einer der Angeklagten – oder eine andere, gesondert verfolgte Person -– bestellte dann in einer Ikea-Filiale in Hamburg, Kiel, Lübeck oder auch Braunschweig persönlich unter anderem Möbel und Elektrogeräte zur Lieferung per Nachnahme. Die anfallenden Frachtkosten von 149 Euro wurden meisten vor Ort an der Kasse bezahlt.

Geliefert werden sollte an verschiedene Namen an unterschiedliche Adressen in Flensburg, Harrislee oder auch Braunschweig. Der Warenwert wurde beim Spediteur an der Haustür mit EC-Karte bezahlt - die dahinter stehenden Konten waren jedoch nicht gedeckt. So sei es zu Rücklastschriften gekommen, der Möbelkonzern bekam sein Geld nicht, sagte die Staatsanwältin. Die Waren sollen zum Teil weiterverkauft worden sein.

Dabei sollen die Angeklagten unter anderem als Käufer, Vermittler oder Warenempfänger agiert haben. Auch andere Personen waren nach Ansicht der Staatsanwaltschaft involviert. Gegen sie wird gesondert ermittelt.

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