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Flensburger Tageblatt

21. November 2017 | 13:12 Uhr

Moderne Küche für den Scheersberg

vom

Kreis, Grenzverein und Kommunen haben 1,7 Millionen Euro in die Modernisierung der Internationalen Bildungsstätte investiert

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Steinbergkirche | Landrat Wolfgang Buschmann ließ es sich gestern nicht nehmen, wegen des besseren Überblicks auf eine rustikale Bank vor dem Wallroth-Haus zu steigen und von dort oben die zahlreichen Gäste der Einweihungsfeier für den neuen Küchentrakt willkommen zu heißen. Als Ehrengäste mit dabei waren unter anderem Brigitte Hohmann vom Kieler Ministerium für Justiz, Kultur und Europa sowie Hermann-Josef Thoben vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR). "Ich bin unter Freunden des Jugendhofs Scheersberg", so Buschmann. Rund 1,7 Millionen Euro hat dieses Projekt gekostet - inklusive 400 000 Euro für den Brandschutz. "Das Produkt unserer Mühen kann sich sehen lassen, ästhetisch, funktionell, aber auch ideell", erklärte der Verwaltungschef.

Es zeuge von einem positiven regionalen Engagement, dass sich die Finanzierung sicherstellen ließ. Der Kreis Schleswig-Flensburg und der Deutsche Grenzverein hätten mit Unterstützung von etwa 20 Kommunen aus der Umgebung ein Zeichen für die Zukunft gesetzt und das in die Jahre gekommene Gebäude zudem mit Mitteln der Aktiv-Region Schlei-Ostsee den Erfordernissen der "neuen Zeit" angepasst.

Ex-Landrat Jörg-Dietrich Kamischke, Vorsitzender des Deutschen Grenzvereins (Träger des Jugendhofs), drückte in einem Statement seine "riesige Freude" über das Geschaffene aus, sprach von einem "Meilenstein" in der Scheersberger Historie und lobte den Kreis Schleswig-Flensburg dafür, dass dieser seiner Internationalen Bildungsstätte stets große Wertschätzung zuteil werden ließ.

Entstanden ist ein großzügig angelegter Küchen-Neubau, in dem das Team unter Leitung von Astrid Jensen die Speisen für maximal 170 Gäste der Bildungsstätte zubereitet. Vier Mal täglich wird im Speisesaal des Wallrothhauses aufgetischt. Klar war, dass sich Buschmann und Kamischke, begleitet von Kreispräsident Ulrich Brüggemeier und dem Rendsburger Architekten Lukas Böller, kurzfristig unter die neugierigen "Pottkieker" mischten.

Im Obergeschoss des Gebäudes sind außerdem die Sanitärräume renoviert worden. Jugendhof-Direktor Hartmut Pie katz, den der Landrat auch humorvoll als "Herbergsvater" bezeichnete, erinnerte an die räumliche Situation in den vergangenen Jahrzehnten. "Oben im Haus gab es nur vier kleine Duschen für 40 Übernachtungsgäste." Das sei nicht mehr zumutbar gewesen. Zur Qualitätssicherung gehörte außerdem, dass in dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude umfassende Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz ergriffen wurden.

Architekt Lukas Böller berichtete von dem gestalterischen Spagat, der zwischen dem Küchen-Anbau und dem Altgebäude im Sinne einer formalen Verzahnung erforderlich wurde. Direktor Piekatz überreichte er zur Einweihung einen 500-Euro-Schein.

Bei allem Wohlwollen, das die Gäste unisono dem Jugendhof entgegenbrachten, blieb allerdings die wichtige Frage nach dem zweiten Bauabschnitt offen. Piekatz bezifferte die Investitionssumme für ein neues 40-Bettenhaus, für das bereits erste Baupläne auf einem Grundstück neben dem Wallrothhaus ausgehängt waren, mit 1,5 Millionen Euro. "Vielleicht wird ja in zwei oder drei Jahren dieses Vorhaben realisiert", hofft er.

In diesem Gebäude sollen später hauptsächlich kreative Schülergruppen während ihrer außerschulischen Arbeit in den kulturellen Werkstätten untergebracht werden. In diesem Jahr haben sich mehr als 110 Klassen angemeldet - statt sich mit ihren Lehrern auf Sightseeing-Fahrten durch halb Europa zu begeben.

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