Aktionstag : Mobitag mit einem Kampf- und Lebenskünstler

Mit Wingtsun zurück ins Leben: Stefan Schmaltz wird beim Mobitag für die chinesische Kampfkunst werben.
Mit Wingtsun zurück ins Leben: Stefan Schmaltz wird beim Mobitag für die chinesische Kampfkunst werben.

Zum sechsten Mal widmet sich der Aktionstag ungewöhnlichen Sportarten – mit ungewöhnlichen Gästen.

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07. Juni 2015, 11:30 Uhr

Flensburg | Stefan Schmaltz war klinisch tot. Nach seinem Autounfall 1989 und zwölf Tagen Koma blieben für den Husumer schlechte Aussichten, Ataxie und Spastiken, insgesamt eine eingeschränkte Bewegungskoordination. Aber auch ein unbändiger Lebenswille. Stefan Schmaltz, 48, hat etliche Sportarten ausprobiert – und hat sich mit Wingtsun zurück ins Leben gekämpft.

Trotz seiner 90-prozentigen Schwerbehinderung, sagt er, leite er in seiner Heimatstadt Husum eine Wingtsun-Schule. Sein Wissen über diese alte chinesische Art der Selbstverteidigung gibt er nicht nur an Kinder weiter, sondern auch Spastiker, Rollstuhlfahrer und Blinde finden sich unter seinen Schülern, betont Stefan Schmaltz. Als einziger Meister (mit Schwerbehinderung) stehe er seit 2001 im Guinness-Buch der Rekorde, sagt er stolz und, dass er inzwischen auf den sechsten von zwölf Meistergraden zugehe.

Am Sonntag ist der Kampf- und Lebenskünstler einer der Gäste beim Mobi-Tag in Flensburg. Der Fokus dieses Aktionstages, der als eine der größten inklusiven Veranstaltungen für Sport und Spiel, Tanz und Musik im Lande gilt, richtet sich in diesem Jahr auf „Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung für Jung und Alt“. Die Flensburger Shir-o-Khan-Kampfkunstschule als Projektpartner zeigt mit sportartverwandten regionalen Vereinen Darbietungen und lädt ein, sich selbst auszuprobieren. Dazu wird auch ein riesiger Kletterturm animieren, den der Deutsche Alpenverein (Sektion Flensburg) und die Kletter-Abteilung des TSB Flensburg bespielen.

Auch andere Sportdisziplinen, die in der Öffentlichkeit eher ein Schattendasein führen, werden morgen in der Fördehalle sicht- und greifbar. Beim Bull-Riding wird der Tagesbeste ermittelt, im Rollstuhlparcours ein Perspektivwechsel geübt, und ein Hersteller für Spezial-Fahrräder lässt aufsatteln.

Erneut wollen die Flensburger auch einen Rekord nach Hause holen, und zwar den im Kids-Zumba für Kinder bis zwölf Jahren. Natürlich dürfen auch Erwachsene mittanzen – nur werden sie nicht mitgezählt. Hier wie den ganzen Mobi-Tag lang gilt aus Sicht der Veranstalter: „Dabei sein ist Alles.“

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