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Bürgerbeauftragte in Harrislee : Mittler zwischen Bürger und Behörde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sprechstunde der Bürgerbeauftragten für soziale Angelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein, Samiah El Samadoni

Ist die Wohnung zu groß, die Miete zu hoch, um Grundsicherung im Alter oder Hartz IV beziehen zu können? Droht gar eine „Kostensenkungsaufforderung“ vom Jobcenter? Oder: In Harrislee etwa sind Mieten höher als im Umland; Personen mit Grundsicherung werden ins Umland verdrängt.

Das alles sind schwerwiegende Fragen, die Bürgern auf den Nägeln brennen. Ganz persönliche, schwierige Lebenssituationen gerade zu den Themen Grundsicherung für Arbeitssuchende und Sozialhilfe führten Bürger diese Woche ins Bürgerhaus in die Sprechstunde der Bürgerbeauftragten für soziale Angelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein, Samiah El Samadoni. Nach vier Jahren war die spürbar engagierte Juristin wieder für Sprechzeiten nach Harrislee gekommen.

Um das soziale System im Ganzen im Blick zu haben und Veränderungsbedarf zu erkennen, war den persönlichen Beratungsgesprächen mit Bürgern ein Treffen zwischen der Bürgerbeauftragten und Bürgermeister Martin Ellermann, Bürgervorsteher Karl H. Rathje, der Gleichstellungsbeauftragten Utta Weißing, Stefan Domeyer (Personal) sowie den Fraktionsvorsitzenden Jutta Weyher (CDU), C. Susanne Staemmler (SPD) und Björn Ulleseit (SSW) vorangegangen.

„Wir beraten kostenlos und unabhängig“, betonte Samadoni, die mit ihrem Team soziale Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern gegenüber Behörden, Dienststellen und Landeseinrichtungen vertritt und Rat gibt, sei es bei Problemen mit dem Jobcenter, der Übernahme von Kosten für Miete und Heizung, der Rentenversicherung oder den gesetzlichen Krankenkassen. Die Juristin ist auch Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Landes, Ombudsfrau in der Kinder- und Jugendhilfe und als Beauftragte der Landespolizei Ansprechpartnerin für Bürgerbeschwerden und Eingaben von Polizeibediensteten. „Viele Menschen haben gern den persönlichen Kontakt, ein Gesicht vor Augen“, hat Samadoni erlebt. Insbesondere auf medizinischem Terrain gehe es um sehr persönliche Dinge, um Vertrauen: „Bevor ich diese Arbeit antrat, habe ich noch nie Erwachsene erlebt, die so viel weinen.“

Wege zu finden und aufzuweisen, die Asymmetrie der Behörden mit ihrer Macht und der Bürger auszugleichen, das habe viel mit Gerechtigkeit zu tun: „Das ist Sinn gebend“, sagte Samadoni mit Wärme. An die 3500 Beschwerden hilfesuchender Bürger arbeitet das spezialisierte Team vorwiegend von Juristen jährlich ab. Manchmal reiche eine Beratung, manchmal vermitteln Samadoni und Mitarbeiter auch zwischen Bürger und Behörde.

Terminvereinbarungen sind möglich im Büro der Bürgerbeauftragten in Kiel, Karolinenweg 1, per Brief (Postfach 7121, 24171 Kiel), telefonisch 0431- 9881240, per Fax 0431-9881239, per Email buergerbeauftragte@landtag.ltsh.de. Es gibt feste Sprechzeiten, auch in Heide und Lübeck. Bei telefonischen Anfragen melde sich die Beratungsstelle zeitnah zurück.




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