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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 19:52 Uhr

Mittelstand entdeckt das Ausland

vom

Commerzbank-Studie "Neue Märkte, neue Chancen - Wachstumsmotor Internationalisierung" in Flensburg vorgestellt

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Flensburg | Mangelnde Rechtssicherheit, Handelsbarrieren sowie Währungsrisiken und der Schutz geistigen Eigentums sind oft genannte Befürchtungen mittelständischer Unternehmen, wenn sie perspektivisch zu einem wirtschaftlichen Engagement im Ausland befragt werden. Das zeigt eine aktuelle Studie der Mittelstandsbank der Commerzbank unter dem Titel "Neue Märkte, neue Chancen - Wachstumsmotor Internationalisierung", die jetzt in Flensburg vorgestellt wurde. Etwa 60 Entscheidungsträger entsprechender Firmen und beratender Dienstleister waren der Einladung der Bank in die Räume von gb Meesenburg gefolgt.

Dort erfuhren sie weitere Details der Untersuchung: Vier von fünf schleswig-holsteinischen Mittelständlern rechneten mit einer schwachen Konjunktur, stellten sich gar auf generelle Wachstumsgrenzen ein. Gleichzeitig forderten 86 Prozent eine Intensivierung des Außenhandels jenseits der EU. "Die Studie zeigt aber auch, dass der Mittelstand in Schleswig-Holstein bei aller Skepsis im internationalen Geschäft gut aufgestellt ist", sagte Uwe Borges, verantwortlich für das Mittelstandsgeschäft der Commerzbank in Schleswig-Holstein und Hamburg. Viele Unternehmen hätten die Chancen erkannt, die Auslandsmärkte böten. "Exporteure sehen sich als Qualitätsführer hinsichtlich ihrer Produkte, aber auch bei Preisen und Service", erläuterte Borges. Deutsche Anbieter profitierten von ihrer Verlässlichkeit sowie ihrer Prozesskompetenz. Die Etablierung in Auslandsmärkten diene vorrangig dem Absatz, eröffne langfristig auch Vorteile auf der Kostenseite und Perspektiven bei der Gewinnung von Arbeitskräften.

Für die Commerzbank-Studie waren bundesweit 4000 Unternehmen (davon 130 aus Schleswig-Holstein), 160 Leiter von Auslandsstandorten sowie 145 Wirtschaftswissenschaftler befragt worden. Letztere teilen die Sorgen der Unternehmer, sind aber optimistischer in der Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Jahren.

Als grundsätzlicher Optimist outete sich auch Kaufmann Martin Meesenburg, der sein Unternehmen als gutes Beispiel für gelungene Internationalisierung bezeichnete. "In unserer 255-jährigen Firmengeschichte waren wir länger dänisch als deutsch, haben am Westindienhandel teilgenommen und mit eigenem Schiff Waren ins Baltikum transportiert", ließ er die Historie seines Unternehmens Revue passieren. Internationalisierung sei für eines der ältesten Handelshäuser Norddeutschlands also nichts Neues, müsse nur neu ge- und belebt werden. Bemerkenswert sei heute jedoch die Geschwindigkeit, mit der Veränderungen zunähmen.

Regional gut aufgestellt ist der Fachhandel für Baubeschläge, Eisenwaren, Werkzeuge, Maschinen, Industriebedarf und Sicherheitstechnik bundesweit an 20 Standorten - und damit die Nummer zwei in der Branche. Beliefert werden Handwerk und Industrie, auch mit entsprechenden Dienstleistungen. Strategisch stark ausgerichtet ist gb Meesenburg aber auch auf ausländischen Märkte. "An insgesamt acht eigenen Standorten sowie über zahlreiche Beteiligungen machen wir etwa 40 Millionen Euro Umsatz", sagte Meesenburg. Sein Unternehmen glänzt mit einem Gesamtumsatz von über 200 Millionen Euro pro Jahr, den knapp 900 Vollzeit-Mitarbeiter mit generieren. Präsent sei man im Baltikum, in Rumänien, Tschechien und besonders in Russland. "Dort sind wir seit 1996 aktiv, haben anfangs ziemlich Lehrgeld zahlen müssen, inzwischen läuft es aber gut mit privaten Geschäftspartnern."

In der Nähe von Peking ist das Unternehmen bei der "Window City" mit dabei, der größten Fensterfabrik der Welt, die im Auftrag der chinesischen Regierung eine Million Wärmedämm-Fenster im Jahr produziert. "Wir müssen international präsent sein, weil wir nur dort Wachstum erreichen können", postulierte der Flensburger Kaufmann. "Chancen auf Erfolg haben wir aber nur dann, wenn wir unseren Kunden vor Ort echten Wert und damit verbundene Vorteile zu bieten haben. Dazu gehören neben dem bewährten "Made in Germany" auch ein verlässliches "Managed in Germany", beendete Martin Meesenburg seinen launigen Vortrag. Eloquent moderiert wurde die Veranstaltung von Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer.

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