Streit beigelegt : Mittelangeln und Sörup blicken nach vorn

Handschlag auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit: Sörups Bürgermeister Dieter Stoltmann (li.) und Bürgervorsteher Bernd Karde.
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Handschlag auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit: Sörups Bürgermeister Dieter Stoltmann (li.) und Bürgervorsteher Bernd Karde.

Zerstrittene Gemeinden suchen das Gespräch. Sie wollen künftig beim Breitbandausbau und im Tourismus zusammenarbeiten.

shz.de von
01. März 2017, 13:49 Uhr

Satrup | Nicht der Blick zurück im Zorn, sondern der Blick nach vorn, bestimmte die gemeinsame Zusammenkunft der Gemeindevertreter aus Mittelangeln und Sörup im Söruper Gemeindehaus. War in den vergangenen Jahren viel Porzellan in den Beziehungen zwischen beiden im Amt Mittelangeln vereinten Gemeinden zerschlagen worden, Sörup hatte am Ende sogar erwogen, das Amt zu verlassen. Doch nun stehen die Zeichen auf Verständigung.

Bereits im Vorfeld der gemeinsamen Zusammenkunft hatten Dieter Stoltmann, Bürgermeister von Sörup, und Bernd Karde, Bürgervorsteher von Mittelangeln, die Grundlagen für konstruktive und zielführende Gespräche geschaffen, indem sie sich auf eine Gesprächsmoderation durch Wolfgang Lerche vom Kompetenzzentrum für Verwaltungsmanagement verständigten.

Grundsätzlich war sich die Mehrheit der Gesprächsteilnehmer einig, keine Rückschau vorzunehmen und alte Standpunkte nicht aufzuarbeiten. Dagegen stand der Wille zum Neuanfang über den Gesprächen, die in kleinen Arbeitsgruppen erfolgten und die vor allem das Herausstellen von Gemeinsamkeiten, gemeinsamen Zielen und der weiteren Vorgehensweise zum Inhalt hatten.

Es wurde festgestellt, dass jede Gemeinde derzeit eigene Projekte forciert. Bei überörtlichen Dingen soll künftig ein Austausch stattfinden. Einig war man sich auch über eine neue Kultur der Zusammenarbeit. So wollen beide Seiten die Vertrauensbasis und Kompromissbereitschaft aktiv stärken. Dass man in einzelnen Punkten unterschiedlicher Meinung sein kann, wird als selbstverständlich für lebendige demokratische Prozesse angesehen. Mehrheitsentscheidungen in den verschiedenen Gremien will man in Zukunft akzeptieren.

Große Einigkeit bestand darin, die beiden Gemeinden und die Region zu entwickeln. Sowohl Karde als auch Stoltmann unterstrichen, dass man als Gemeindevertreter eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern seiner Gemeinde habe und als Zentrale Orte zudem eine Verpflichtung für die Region. Wichtige Entwicklungspotenziale sehen beide Seiten im Ausbau der Breitbandversorgung und im Tourismus.

Beide Gemeindevertretungen wollen das gemeinsame Gespräch intern beraten. Beide Seiten waren sich einig, weitere Gesprächsrunden folgen zu lassen und beide Seiten interessierende Themen zusammen zu verfolgen.

Das Fazit eines Gemeindevertreters nach der Sitzung lautete: „Die auf der anderen Seite der Bondenau sind genau wie wir!“

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