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Kosmisches Kino : Mit Zollstock durch die Milchstraße

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Glücksburger Planetarium begibt sich auf die Spuren des Forschungs-Satteliten "Gaia" und zeigt die fantastischen Dimensionen des Weltalls in dem Film „Zehn Milliarden Sonnen“

Für Astronomen ist es ein bahnbrechender Erfolg, für den Großteil der Bevölkerung nicht einmal eine Randnotiz: Vor knapp einem Monat startete ein Hightech-Satellit namens „Gaia“ ins Weltall. Hauptsächlich, um innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Prozent aller Sterne der Milchstraße zu vermessen – dies entspricht rund einer Millarde Sterne. „Das sind 10 000 mal mehr als bei der bislang umfangreichsten Messung dort“, schwärmt Ingenieur Rainer Christiansen, Dozent an der Fachhochschule (FH) Flensburg und Leiter des Glücksburger Planetariums.

Ähnlich enthusiastisch dürften nur die Wenigsten diese Nachricht aufgefasst haben. Das will die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ändern – und hat dafür keine Kosten und Mühen gescheut: Für rund 300 000 Euro ließ die ESA zusammen mit 30 Planetarien aus ganz Europa (darunter jenes aus Glücksburg) einen etwa 45-minütigen Animationsfilm drehen. Die Premiere in dem mit 40 Personen ausverkauften Planetarium hat „Milliarden Sonnen – eine Reise durch die Galaxis“ am Dienstagabend gefeiert. Die FH unterstützte die Produktion mit 1800 Euro.

Der Film erklärt kurzweilig und allgemein verständlich die Geschichte von der Suche nach der Distanz zu den Sternen – vom Steinzeitalter bis zur Entsendung von „Gaia“ kurz vor Weihnachten. Ebenso aufgegriffen wird die Bedeutung der Sterne für die Menschen auf der Erde. So wussten schon unsere Vorfahren in der Steinzeit ganz genau, wann Sä- und Erntezeit war – dank der Sterne.

„Bestimmte Sterne sind nur zu bestimmten Jahreszeiten zu sehen“, erläutert Rainer Christiansen. „Das haben die Menschen damals schon erkannt und daraus Schlussfolgerungen gezogen.“ Und nicht nur sie: Auch die alten Ägypter wussten daher, wann sie sich vor der nächsten Flut in Sicherheit bringen mussten.

Doch der Film bietet nicht nur Geschichtsunterricht der etwas anderen Art, sondern erklärt auch spielerisch komplexe mathematische Berechnungsformeln, die in der Astronomie Anwendung finden. Das kommt Rainer Christiansen geradezu entgegen: „Wir hoffen, dass durch unsere Arbeit im Planetarium insgesamt bei Jugendlichen das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern steigt und sie später vielleicht bei uns studieren.“

Da geht es seinen Kollegen Werner Penke und Peter Runge nicht anders. Die beiden gaben nach der Filmvorführung den Besuchern eine allgemeine Einführung in die Astronomie und beantworteten eifrig Fragen. Jugendliche waren am Dienstag zwar nur sehr wenige gekommen, doch unglücklich wirkten Penke, Runge und Christiansen deshalb keineswegs. Denn ein anderes Ziel hat das Trio an dem Abend mit Sicherheit erreicht: Für die meisten Besucher dürfte die Entsendung von Satellit „Gaia“ nun mindestens eine Randnotiz sein.

 

Die nächste Filmvorführung, für die noch Karten erhältlich sind, beginnt am Freitag, 7. Februar, um 19.30 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.planetarium-gluecksburg.de. Dort können auch Eintrittskarten gekauft werden.

 

 

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erstellt am 16.Jan.2014 | 09:30 Uhr

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