Berufsfeuerwehr Flensburg : Mit Zeitraffer-Video: Achtung, Turm fällt!

Der Abrissbagger macht mit dem Schlauchturm kurzen Prozess.

Der Abrissbagger macht mit dem Schlauchturm kurzen Prozess.

Der schiefe Schlauchturm wird seit Donnerstag abgerissen. Am Freitag sollen die Arbeiten erledigt sein.

shz.de von
30. März 2017, 17:57 Uhr

Flensburg | Auf einmal ging alles ganz schnell. Der Schlauchturm der Flensburger Berufsfeuerwehr hatte am Donnerstag schon nach wenigen Stunden die Hälfte seiner Höhe eingebüßt. Der Bagger hatte ganze Arbeit geleistet und die obersten vier Stockwerke bereits vor dem Mittag „abgeknabbert“.

 

Seit 1954 war der Turm das Wahrzeichen der Flensburger Berufsfeuerwehr. Hunderte Feuewehrmänner wurden an ihm ausgebildet und tausende Schläuche in ihm getrocknet. Fasziniert beobachteten Schaulustige und Feuerwehrmänner das Geschehen am Donnerstag. Gerade die älteren Beamten der Berufsfeuerwehr verbinden mit dem Turm viele Stunden Training und Arbeit und blicken schon ein wenig wehmütig auf die Abrissarbeiten.

Als im Herbst letzten Jahres die Abrissarbeiten des benachbarten Hallenbades begannen, geriet der ohnehin schief stehende Turm weiter in Schräglage. Statiker konnten keine Verantwortung mehr für die Standfestigkeit des Turmes übernehmen. Am Ende wich der 22 Meter hohe Turm ganze 46 Zentimeter von der Lotrechte ab. Die Folge: Rund ein Viertel des Geländes der Flensburger Berufsfeuerwehr musste gesperrt werden. Fahrzeuge und Container wurden unter anderem zu den Liegenschaften des THW verlegt. Für die ohnehin in den letzten Jahren dramatisch gestiegene Platznot alles andere als von Vorteil.

Der Abriss ist am Donnerstagvormittag in vollem Gang.
Sebastian Iwersen
Der Abriss ist am Donnerstagvormittag in vollem Gang.
 

Während der Abrissarbeiten muss die Feuerwehr noch einmal herbe Einschnitte hinnehmen. Aus Sicherheitsgründen ist der gesamte Innenhof der Wache gesperrt. Fahrzeuge, die nur über den Hof aus zu den Hallen fahren können, müssen ihre Einsatzfahrten anmelden. Dieser Zustand soll aber bereits am Freitag aufgehoben sein, dann ist der Turm Geschichte.

Einen neuen Trocknungsturm wird die Feuerwehr in Flensburg allerdings nicht bekommen. Der heutige Stand der Technik ist eine Schlauchwaschmaschine, an deren Ende die Schläuche gewaschen, getrocknet und aufgerollt herauskommen. Dass ein kleiner Turm für die Ausbildung in punkto Absturzsicherung oder Höhenrettung gebaut wird ist schon eher wahrscheinlich.

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