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Kästner & Co. : Mit Worten gegen den Krieg und für den Bücherbus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rüdiger Wolffs Benefiz-Auftritt im Blauen Saal des Deutschen Hauses stieß auf viel Beifall

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2014 | 08:37 Uhr

Angefangen hat alles in Flensburg. In der Kirche St. Michael, im Flensburger Stadttheater und bei der Niederdeutschen Bühne. Erst Radio Hamburg, NDR-Hörfunk und dann das Fernsehen. Jetzt ist er für ein Benefizkonzert zur Neuanschaffung des Flensburger Bücherbusses zurückgekommen.

Im Blauen Saal des Deutschen Hauses haben sich fast 200 Besucher versammelt. Die Stimmung ist sehr gut – sowohl die des Publikums als auch die des Künstlers. Gleich zu Beginn dankt er dem Förderverein des Bücherbusses und den Gästen: „Wer Bildung fördert, verändert die Welt“, sagt Wolff. Und für ihn ist Lesen sogar noch viel mehr: „Wer liest, lebt länger.“ Vielleicht hat er ja recht.

Wolff beginnt seine Vorstellung mit Erich Kästner: „Hinter die Kulissen zu schauen, ist jedem Literaten zu eigen“, sagt er und demonstriert das an Kästners Texten. Danach leitet er über zu Theodor Storm und seinen Beschreibungen des Nordens. Und wieder fordert er sein Publikum auf, Bücher zu erhalten und damit auch den Bücherbus: Ein Freund von ihm, erzählt Wolff, habe als Kind nur lesen gelernt durch eben diesen Bus. Dann geht es weiter zu Busch.

Wenn auch die Texte alle von Kästner, Storm, Busch und Tucholsky kommen, die Musik hat Rüdiger Wolff selbst geschrieben. Und dass er sowohl großartig komponieren und Klavier spielen als auch singen kann, merkt man an diesem Abend. Wolff sucht den Kontakt zum Publikum – und das dankt es ihm. Er beschönigt auch nicht die weniger positiven Seiten der großen Literaten und verschweigt nichts. Zum Beispiel wenn er einen derben, satirischen Text Kästners singt oder über Antisemitismus, den man in manchen Texten Wilhelm Buschs finden kann, spricht.

Rüdiger Wolff sagt von sich selbst, er sei Antimilitarist und Antifaschist. Während seiner Show wird es dann auch politisch. Wolff singt für den Bücherbus und gegen den Krieg. Manchmal melancholisch, manchmal fröhlich beschwingt. Zwischen seinen Darbietungen erzählt er vom Leben Kästners, von der Liebe Theodor Storms zu einem jungen Mädchen, von Wilhelm Busch und natürlich von Tucholsky und den Frauen.

Rüdiger Wolff ist rumgekommen in der Welt, aber am schönsten sei es doch in seiner Heimat: „Mit der schönste Fleck auf dieser Welt ist Flensburg“, sagt er. Das Publikum dankt es ihm. Viele sind in den Blauen Saal gekommen, die ihn von früher kennen. Seine Eltern, Nachbarn und Freunde und natürlich viele Fans. „Es macht noch viel Spaß, wenn man ohne Gage für einen guten Zweck singt“, beteuert er am Ende. Dann kommen noch zwei Zugaben und es gibt stehende Ovationen. Für sein Engagement bekommt er noch Geschenke des Fördervereins überreicht: ein Buch, Nougat und alte Glühbirnen – denn die, sagt er, liebt er genau so wie Bücher.

 

Rüdiger Wolff tritt am 7. März in der Bergmühle mit einem Tucholsky-Programm auf.


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