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Volksbad Flensburg : Mit viel Groove und einem großen Ø

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gefeierter Abschluss der Album-Release-Tour von Simon Glöde am Sonnabend im Volksbad.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 05:22 Uhr

Das warme Hallo an seine Freunde, an Flensburg nach einem sanften ersten Lied kommt ganz offenkundig von Herzen. Das dritte und letzte Konzert der kleinen Release-Tour führt Simon Glöde an seinen, einen Heimatort zurück. Im Publikum sind Familie, Freunde, Wegbegleiter des Flensburgers, aber natürlich auch „neue“ Zuhörer. Mit seinen gerade 24 Jahren blickt Glöde auf einen buchstäblich bunten Strauß an öffentlichkeitswirksamen Auftritten zurück, darunter auch vielen in seiner mindestens zweiten Heimat in Dänemark. Zuletzt sang er die Hymnen zweier Teams, die beim Basketball Supercup in Hamburg gegeneinander antraten, war als Kandidat für den Eurovision Song Contest im Rennen und ebenfalls bei einer dänischen Gesangsshow und als Praktikant in den Electric Lady Studios in New York.

Im September brachte seine Band „Gløde“ das Debut-Album „Ø“ heraus, zu dessen Produktion eine, seine Crowd die Hälfte der Kosten beigesteuert hat. Zur Arbeit daran haben sich die fünf Musiker auf einen alten Bauernhof in Holme Strand zurückgezogen. „Wir haben zwei Wochen in Dänemark experimentiert“, erzählt Simon Sonnabendnacht im Volksbad denen, die es noch nicht wissen. In Hamburg, so formuliert es Glöde locker, haben sie es „fertig gemacht“. Leibhaftig klingen die Songs perfektionistisch arrangiert und immer groovy.

Sehr lässig startet Simon „Lady in a dress“ mit Beinahe-Sprechgesang und viel Bass (Martin Baumgartner). Julian Elsesser tauscht für eine effektvolle Passage seine Gitarre gegen ein Saxophon, produziert aber auch auf den Saiten schmeichelnde Sounds – ebenfalls lohnt sich, ein Ohr zu haben für die Effekte von Tom Gatza an den Keyboards und das einfallsreiche Spiel von Schlagzeuger Max Schneider. Am Ende bleiben die Töne stehen, werden aufgewühlt, münden in ein cooles Instrumental. Krachend taucht das Lady-Motiv wieder auf, dann fügt sich doch ein neuer Song an. Markenzeichen von Gløde bleibt Glödes Stimme, die regelmäßig für ihre Unverwechselbarkeit gelobt wird.

Neun Lieder haben es aufs Album geschafft, nur eines hat Simon nicht selbst geschrieben. Ausgerechnet wegen „Je vil elske“, das wie maßgeschneidert zu ihm passt, gibt es Ärger. Sie hätten gerade „einen Rechtsstreit“ mit der dänischen Countryband deswegen, aber der 24-Jährige bleibt unbekümmert, er hat ja seine Leute...

Ein paar andere Leute, nämlich einige, die zum Album beigetragen haben, schunkeln auf der Bühne mit beim Reeperbahn inspirierten „Sailor“ – schräge Nummer. „Ekstranummer“ heißt es danach natürlich auf Dänisch – und eine außergewöhnliche Version von „All night long“ von Lionel Richie nimmt das Motto der Nacht vorweg.

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