Mit Strom durch den Norden

Elektro-Flunder: Der Roadster von Momme Klockenhoff und Mark Friedhoff (GP Joule) war einer von zwei Teslas bei der Rallye.
Elektro-Flunder: Der Roadster von Momme Klockenhoff und Mark Friedhoff (GP Joule) war einer von zwei Teslas bei der Rallye.

Fünfte E-Mobil-Rallye führte 30 Teams mit ihren Elektro-Fahrzeugen nach Enge-Sande und Sonderburg

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08. Juni 2015, 12:32 Uhr

Sonnenschein über der Flensburger Förde – und nahezu lautlos gleiten 30 Elektroautos im Minutentakt über den Asphalt. Rund um Flensburg fand am Wochenende die 5. Norddeutsche E-Mobil-Rallye statt. Teams aus ganz Deutschland lieferten sich in den batteriebetriebenen Fahrzeugen einen Wettkampf um Plätze und Pokale.

Vor fünf Jahren startete die Rallye zum ersten Mal mit dem Ziel, Elektromobilität einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Keimzelle der Veranstaltung ist der CDU-Wirtschaftsrat. Auch die fünfte Neuauflage wurde wieder in Flensburg am Schifffahrtsmuseum gestartet. Am Sonnabend zog der Tross in Richtung Westen. Fahrtleiter Ingo Buck und sein Team hatten zahllose schwierige Aufgaben vorbereitet, die die Fahrer und Beifahrer ganz schön ins Schwitzen brachten. Während die Fahrer sich auf die Straße konzentrieren mussten, hatten die Beifahrer die deutlich schwierigere Aufgabe, anhand des Roadbooks den richtigen Weg anzusagen. Ziel der Zickzack-Tour war der Greentec-Campus auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände im nordfriesischen Enge-Sande. Hier hatten die Teilnehmer drei Wertungsprüfungen zu absolvieren, bei der weniger Geschwindigkeit als Geschicklichkeit gefordert wurden.

Dass die Elektroautos pfeilschnell sind, wurde den Fahrern, darunter viele Anfänger, schnell deutlich. Doch sie lernten auch schnell ihre Achillesferse kennen – die limitierte Akkuleistung. So mussten Radios und Klimaanlagen meist schnell abgeschaltet werden, um genügend Saft für den Vortrieb zu sparen. Ein Balanceakt, der allen gelungen ist – keiner blieb auf offener Strecke stehen.

Die Firmen auf dem Greentec-Campus präsentierten sich den Gästen als Experten in Sachen E-Mobilität und regenerative Energien. Projektmanager Stephan Wiese ließ keinen Zweifel daran, dass Elektroautos reif sind für den Massenmarkt. Dabei habe der Kreis Nordfriesland bundesweit eine Vorreiterrolle in Sachen grüne Fortbewegung übernommen – mit innovativen Firmen und einer ungewöhnlich hohen Zahl von Autokäufern, die batteriebetrieben unterwegs sind. Dabei reichten zwei Prozent der in Nordfriesland erzeugten Windkraft, um alle 90  000 Fahrzeuge im Kreis anzutreiben. 150 Autofahrer in Nordfriesland seien heute schon mit Elektroautos mobil, in Schleswig-Holstein seien es insgesamt 600.

Gestern morgen startete der Tross vom Flensburger Südermarkt in Richtung Norden und durchkämmte die Region um Sonderburg. Ziel war das Wärmekraftwerk am Alsensund, wo die Fahrzeuge während einer Kaffeepause aufgeladen wurden. Auf dem benachbarten Verkehrsübungsplatz galt es, einen Rundkurs in einer exakten Zeit zu absolvieren. Beim abendlichen Zieleinlauf auf dem Südermarkt hatten die Elektromobilisten zahlreiche Zuschauer. Dabei waren es nicht mehr die elektrisch betriebenen Flitzer von Tesla und exotischen Herstellern, die den Großteil der Fahrzeuge stellten. Stattdessen dominierten Kompaktwagen wie der Nissan Leaf, VW E-Golf, Renault Zoe und Mitsubishi i-Miev. Gesamtsieger wurden Michael Leschek und Holger Haulsen in ihrem i-Miev, die für die Schleswiger Stadtwerke ins Rennen gegangen waren.

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