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Deutsches Haus : Mit Politik, Petuh und Show ins neue Jahr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neujahrsempfang lockte mit der bewährten Mischung aus Unterhaltung und Information 2500 Besucher ins Deutsche Haus

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 08:18 Uhr

Die Flensburger Stadtverwaltung könnte künftig zwei Petuh-Beauftragte beschäftigen. Zumindest bieten sich zwei bestens geeignete Bewerberinnen an, wenn es den Job denn gäbe. Hilke Rudolph und Nazli Süchting, besser bekannt als Frau Christiansen und Frau Karagüs, haben sich dafür am Sonntag beim Neujahrsempfang der Stadt im Deutschen Haus (das dank der Nord-Ostsee-Sparkasse wieder Veranstaltungsort war) auf der großen Bühne empfohlen.

Bekanntermaßen enthalten die Dialoge der beiden Figuren nicht nur ein Körnchen Wahrheit. Ihre Idee der Petuh-Expertinnen für die Ratsversammlung dürfte jedenfalls von der Fahrradbeauftragten inspiriert sein, die es wirklich gibt und worüber sich die Darstellerinnen so ihre Gedanken machen. „Was das kostet“, klagen sie. Immerhin sei dafür die Chefin des TBZ (Technisches Betriebszentrum) eingespart worden, weil der Stadtwerke-Chef das Feld nun ebenfalls bestellt. „Was der alles kann“, bewundern die beiden Ulknudeln. Viel Gelächter und Applaus ernten sie auch für ihre Beobachtungen des Baustellen-Chaos (Christiansen: „Das hat was mit Planung zu tun.“) oder der Stadtplaner und ihrer Luftschloss-Fabrik (Karagüs: „Sind die tumpig?“ – Christiansen: „Sie haben einen tiefen, festen Glauben.“). Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar könnte aus Sicht der Petuh-Tanten die Stadtkasse aufpäppeln. Das müsste für die studierte Mathematikerin doch ein Kinderspiel sein.

Über Zahlen spricht Swetlana Krätzschmar in ihrer ersten Neujahrsansprache als Stadtpräsidentin zwar, aber nicht über Geld. Ihr großes Thema ist Bürgerbeteiligung und Teilhabe. In ihrem Rückblick auf 2013 beklagt sie, dass nur jeder Dritte sein Wahlrecht nutzte bei der Kommunalwahl. Eine Arbeitsgruppe soll deshalb Leitlinien für bessere Bürgerbeteiligung formulieren. Krätzschmar legt den Bürgern „Ihre Stadt, unsere Stadt“ ans Herz, ermuntert sie, ein Gefühl des „Mitbesitzens“ zu entwickeln. Als Beispiel für die Wirkung bürgerschaftlichen Engagements nennt sie den Bücherbus, um den weiterhin gekämpft wird. Und auch das Landestheater kann sich auf seine Freunde verlassen. Szenen-Applaus gibt es für beide. Als Bildungspolitikerin schmerzt sie die Schließung der Schule am Campus, die versucht habe, „ausnahmslos alle Schüler“ in den Beruf zu geleiten. Doch bereiten die Hochschulen der Stadtpräsidentin Freude dank Wachstums, Europäisierung und des geplanten deutsch-dänischen Studiengangs in Ingenieurswissenschaften. Um den Industriestandort sorgt sich Krätzschmar nach ihren Antrittsbesuchen etwa bei der Werft oder der Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft nicht. Ein Manko macht sie jedoch aus: „Ein Gebäude fehlt nach wie vor: Ein Hotel mit möglichst vielen Sternen“, das Arbeitsplätze und Raum für Tagungen schaffen würde.

Reichlich Engagement beweisen zahlreiche Bürger im umrahmenden Showprogramm, durch das Moderator Holger Heitmann sympathisch begleitet. Turner der Uni Flensburg erstaunen mit Höhenflügen, Tänzer der Harrisleer Ballett- und Jazztanzschule verzücken mit Farbe und Form, Musik der Stadtbläser, der Uni-Bigband, der Flensburger Zwillingsbrüder Pay Bandik Nonn und Melf Torge Nonn als Duo „Pabameto“ und der Band „Wonderfool“ verführt viele zum Mitklatschen. Ein froher Neujahrsempfang.


Programmhinweis: Neujahrsempfang im Offenen Kanal Flensburg am Freitag und Sonnabend (17 Uhr)

 

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