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Mittelangeln : Mit Pauken und Trompeten durchs Dorf

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Spielmanns- und Fanfarenzug Satrup besteht seit 50 Jahren. Im September soll gefeiert werden.

Mittelangeln | Die Musikszene Mittelangelns ist breit aufgestellt und hat weit über die Region hinaus einen guten Namen. Zu den Eckpfeilern dieser Szene gehört der Spielmanns- und Fanfarenzug Satrup, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Neben der Musik prägt diese Gruppe die musikalische Nachwuchsarbeit, verbunden mit aktiver Jugendarbeit und einer gelebten Kameradschaft. Hinzu kommt die Freude am Reisen, die Kontakte zu befreundeten Spielmannszügen und Auftritte vor großer Kulisse in ganz Deutschland und darüber hinaus.

Der musikbegeisterte Schulleiter der damaligen Volksschule mit Aufbauzug, Erwin Brandt, ergriff 1967 die Initiative und gründete an der Schule eine „Arbeitsgemeinschaft Spielmannszug“. Mehr als 70 Schüler meldeten sich spontan an. Von diesen blieben etwa 30 Spieler der ersten Stunde dabei. Anita Thomsen übernahm die Stabsführung. Für die Schule hatte der Spielmannszug etwas Motivierendes. Im Handarbeitsunterricht fertigten Schülerinnen einfache Uniformen. Die Schüler waren stolz, in blauen Röcken oder Hosen, weißen Rollkragenpullovern und Matrosenmützen auftreten zu dürfen. Die Anschaffung der ersten Trommeln, Flöten, Pauken und Becken wurden von der Elternfördergemeinschaft der Schule und Spendern aus der Satruper Bürgerschaft möglich.

Wichtig war die musikalische Ausbildung, die von Hermann Heuermann, Paul Fischer und Alfred Richter übernommen wurde. Der Pädagoge Hans H. Carstensen hat von 1968 bis 1990 den Spielmannszug mit großem musikalischem Können und persönlichem Engagement zu einer anerkannten musikalischen Gruppe geformt.

In den folgenden Jahren blieben viele Schüler, die die Schule längst beendet hatten, trotzdem der Musik verbunden. Aus diesem Grund wollte man sich aus dem schulischen Umfeld lösen und gründete 1976 den Verein Spielmanns- und Fanfarenzug Satrup.

Bereits vier Jahre nach der Gründung wagten die Musiker große Auftritte. So begeisterten sie 1971 die Besucher der ausverkauften Kieler Ostseehalle. Bald wurde ihnen Schleswig-Holstein zu klein und sie reisten über die Landesgrenzen zu musikalischen Treffen im ganzen Bundesgebiet. Auch in der Region hatte der Spielmannszug einen guten Ruf. Viele Veranstaltungen umrahmten die Musiker und spielten bei Umzügen. Große Satruper Ereignisse, wie die 800- Jahr-Feier, waren ohne die Musiker in den mal roten und mal blauen Uniformen kaum denkbar.

Ende 1980 geriet der Verein in eine Krise, Mitglieder traten aus, der Nachwuchs fehlte. 1991 nahm man eine schöpferische Pause, um 1992 neu zu starten. Die Mitgliederzahl stieg ganz allmählich und 1995 konnten wieder erste Auftritte absolviert werden. Heute, gehören dem Spielmanns- und Fanfarenzug 28 aktive Musiker an. Ihr Vorsitzender ist Paukenspieler Stefan Allaut, Gabriele Leitner ist stellvertretende Vorsitzende, Sonja Fries Schriftführerin und Maike Davidsen führt die Kasse.

Die musikalische Gruppe ist in zwei Orchester aufgeteilt, den Fanfarenzug mit Posaunen, Trompeten und Schlagwerk sowie den Spielmannszug mit Flöte, Lyra und Schlagzeug. Sie üben getrennt und haben mit Sonja Fries und Maike Davidsen für den Spielmannszug sowie Kirsten Kascheike für den Fanfarenzug eigene musikalische Leiter. Jede Gruppierung ist auch in der Lage, alleine zu spielen, in der Öffentlichkeit sieht und hört man die zwei Orchester aber nur gemeinsam. Zum Repertoire gehören etwa 120 Musikstücke von Pop bis zum Marsch.

Und was treibt heute Jugendliche und Senioren an, gemeinsam Musik zu machen? Stefan Allaut: „Wir lieben die Musik und die bei uns besonders gepflegte Kameradschaft“. Dankbar sind die Musiker in der derzeit schwarz-roten Uniform für die vielfache Unterstützung, die sie in den vergangenen Jahren erhalten haben. Insbesondere der Arbeitskreis Satruper Unternehmer hat die Anschaffung von Instrumenten und Uniformen in den vergangenen Jahren großzügig gefördert.

Am 23. September soll das Jubiläum gefeiert werden. Wer von den Ehemaligen Interesse hat mitzufeiern, wird gebeten sich zu melden auf www.sfz-satrup.de/kontakt-21.html.



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