Oberbürgermeisterin Simone Lange im Porträt : Mit Mut und Tempo über den Landtag an die Rathausspitze

Feierlich: Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar nimmt Simone Lange den Amtseid ab, Bürgermeister Henning Brüggemann macht sich sicherheitshalber etwas kleiner.
Feierlich: Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar nimmt Simone Lange den Amtseid ab, Bürgermeister Henning Brüggemann macht sich sicherheitshalber etwas kleiner.

Ihr Image als Macherin verdankt sie auch der Flüchtlingskrise im September 2015 am Bahnhof

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14. Februar 2018, 10:03 Uhr

Keine Angst vor großen Namen und schwierigen Themen sowie ein gutes Gespür für Stimmungen und Timing. So hat die politische Karriere der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (41) nach und nach Fahrt aufgenommen. Im Mai 2008 zieht die junge Kripobeamtin erstmals für die SPD in die Ratsversammlung an der Förde ein. Vier Jahre später ist sie schon die Hoffnungsträgerin der Stadt-SPD nach etlichen Wahlniederlagen – und holt mit großem Vorsprung das Flensburger Direktmandat für den Kieler Landtag für die Sozialdemokraten zurück. Nach nicht einmal vier Jahren im Landtag ist Lange reif für das Oberbürgermeisteramt der 95 000-Einwohnerstadt an der Flensburger Förde. Mit einem Kenia-Bündnis mit CDU und Grünen schafft sie es gegen drei Kandidaten samt Amtsinhaber Simon Faber vom SSW im ersten Wahlgang mit 51 gegen 22 Prozent – ein Kantersieg, der sie auch unabhängiger von der eigenen Partei macht.

Geholfen hat der Mutter zweier Mädchen dabei immer eine große Offenheit – und eine Kommunikation, die von Geschick, Mut, Offensivgeist und erstaunlichem Tempo zeugt: „Viele haben mich dazu ermutigt, andere haben mich auf das hingewiesen, was daraus folgen kann“, schreibt sie in der Bewerbung. Dabei bedankt sie sich bei beiden Lagern und wirbt für die Basiskandidatur – ein Statement ganz im Sinne der geplagten sozialdemokratischen Seele.

Ihr Image als Macherin verdankt sie auch der Flüchtlingskrise im September 2015: Als plötzlich über Nacht hunderte Geflohene auf dem Weg nach Skandinavien am Flensburger Bahnhof strandeten, organisierte die damalige Landtagsabgeordnete mit ihren Mitstreitern die Flüchtlingshilfe.

Auch in 13 Monaten im OB-Amt hat sich die gebürtige Thüringerin geschickt durch schwierige Debatten gekämpft. Stets gut informiert und entschlossen – aber nie beratungsresistent. Als Flensburg im Frühjahr über einen Klinikneubau debattiert, wittert sie kurzzeitig eine „Kampagne“. Doch rasch erkennt sie, dass hier mit ganz viel Sachverstand und Leidenschaft für Stadt und Region gekämpft wird. Schnell bringt Lange eine Planung auf den Weg.

Gemeinsam mit Flensburgs SPD-Chef Florian Matz erhält sie 2017 von den Gremien im Rat das Votum, dass man sich als deutsche Modellkommune für das Bedingungslose Grundeinkommen bewirbt. Einer der größten Kritiker der Pläne: Nord-SPD-Chef Ralf Stegner.

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