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Flensburger Tageblatt

23. November 2017 | 11:50 Uhr

Gelting : Mit Karacho den Pinkyberg hinunter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

MTV Gelting veranstaltete zum ersten Mal ein Seifenkisten-Rennen. Es gingen 42 Piloten in 25 Gefährten an den Start.

Gelting | „Roter Blitz“, „Feuerball“, „Speedy Gonzales“, „Pünktchen“ „Silberfell“, „Dorschi“, „Joes Feuerbrenner“ – so lauteten die Namen der Fahrzeuge, die beim ersten Seifenkistenrennen des MTV Gelting von einer Rampe auf der Anhöhe des „Pinkyberg“ die 300 Meter lange und abschüssige Straße hinunter sausten. Die Piloten umkurvten Hindernisse und wurden am Ziel mit Jubel und Beifall begrüßt.

Eigentlich sollte es drei Startklassen geben – doch dann waren es nur zwei. Denn für die Teen-Klasse (14 bis 17 Jahre) hatte es keine Anmeldungen gegeben, dafür aber in der Junior- (acht bis 13 Jahre) und in der Seniorklasse (ab 18 Jahren). Insgesamt gingen 42 kleine und große Seifenkistenfahrer aus der näheren und weiteren Umgebung an den Start – mit 25 Kisten, größtenteils Marke Eigenbau.

Und da hatten die Konstrukteure ganze Arbeit geleistet und ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf gelassen – wie Daniel Marx aus Schwackendorf, der zusammen mit zwei Berufskollegen für seine achtjährige Tochter Josefine eine „Kiste“ gebaut hatte und noch bis kurz vor dem Start daran herumwerkelte. Für den Vater war klar, dass seine Tochter die Strecke mit Bravour meistert – schließlich fährt sie mit dem Fahrrad „überall runter“. Ebenfalls acht Jahre alt ist Janne-Lotte Gandyra aus Gelting-Mole. Vater Patrick hatte ein Kettcar zu einer „Kiste“ umfunktioniert, ein Chassis gebaut und einen ausgedienten Grillrost als Kühlergrill moniert.

Bei den Senioren ging auch der Vorsitzende des MTV Gelting, Axel Krüsmann (44), an den Start. Das war für ihn eine Premiere, denn in einem solchen Gefährt hatte er bis dahin noch nie gesessen. Er rechnete sich deshalb auch keine großen Chancen aus und hielt es mit dem olympischen Gedanken, wonach dabei sein alles ist. Und auch in seinem Fall war es der Vater, der den „MTV Blitz“ gebaut hatte. Klaus Krüsmann hatte gleich zwei Kisten für den Vorstand des Vereins gezimmert – anhand von Bauplänen des Deutschen Seifenkistenverbandes.

Wichtig sind vier Räder, zwei Achsen, Metall und Holz fürs Gehäuse sowie stabile Bremsen und eine Lenkung. Als er von den Überlegungen im Sportverein hörte, ein Seifenkistenrennen zu veranstalten, war er von der Idee begeistert, die er daher als handwerklich begabt tatkräftig unterstützte. Nun verfolgte er ebenso wie viele Schlachtenbummler erst das Training und dann die Rennläufe mit großem Interesse.

Der sportliche Leiter des Vereins, Boris Kratz, gab die Kommandos, kommentierte die Rennen und betätigte sich gegebenenfalls als Bremser oder Anschieber. Für Kratz steht fest, dass dieses Seifenkistenrennen keine Eintagsfliege bleibt, sondern zu einem festen Programmpunkt im Sportangebot des MTV werden soll. Und der Termin für das 2. Seifenkistenrennen steht bereits fest: 7. Juli 2018. Denn die Premiere war, wie reihum betont wurde, eine „Top-Veranstaltung“.

Die Sieger in der Juniorklasse: Alina Heer aus Neu-Wulmstorf mit 22,30 Sekunden vor Germa Sommerfeld mit 22,58 Sekunden und Gem Ruampiami mit 23,62 Sekunden, beide aus St. Michaelisdonn. Bei den Senioren hatte Karin Müller aus Gelting mit 22,39 Sekunden ihre Nase vorn, gefolgt von Marcel Michelsen aus Stutebüll mit 22,62 Sekunden und Roland Boss aus Krummwisch mit 23,03 Sekunden.

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