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Flensburger Tageblatt

23. August 2017 | 04:53 Uhr

Die Kandidaten : Mit Kampfgeist an die Spitze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach der aufsehenerregenden Kandidatenfindung im Wahlkreis 1 will Sabine-Sütterlin Waack für die CDU in den Bundestag

Wer wird Nachfolger von Wolfgang Börnsen als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis 1 Flensburg/Schleswig? Unsere Zeitung stellt die Kandidaten vor. Heute:
Sabine Sütterlin-Waack (CDU).

Als sie mit der CDU-Vorsitzenden und Kanzlerin Angela Merkel Ende August in Rendsburg gemeinsam auf dem Wahlkampf-Podium saß, konnte sie im übertragenen Sinne schon einmal leise anklopfen an die Pforten des Reichstags. Denn dort will sie hinein, Platz nehmen in einem der blauen Abgeordnetensessel des Bundestags. Auf unzähligen Parteiveranstaltungen und Podiumsdiskussionen wirbt Sabine Sütterlin-Waack seit Wochen dafür, am 22. September die Nachfolge von Politik-Urgestein Wolfgang Börnsen im Deutschen Bundestag antreten zu dürfen.

Der Weg bis zu ihrer Kandidatur war steinig, sie musste als designierte Kandidatin damit leben, dass sie auf Wunsch der Partei gegen den damaligen CDU-Landesvorsitzenden Jost de Jager in eine Kampfabstimmung gezwungen wurde und verlor – um nach de Jagers überraschendem Rückzug dann doch noch antreten zu dürfen. Das allerdings ist für die 55-jährige Rechtsanwältin aus Lürschau Geschichte, Nachkarten ist nicht ihre Art. Statt dessen setzte sie in den vergangenen Wochen alles daran, die Gräben zwischen den beiden CDU-Kreisverbänden Flensburg und Schleswig-Flensburg im Wahlkreis 1 zu schließen. „Das ist gut gelungen“, sagt sie.

Sütterlin-Waack ist eher eine Vertreterin leiser Töne. Sie suche den Konsens, sagt sie über ihren Politikstil. „Ich bin niemand, der sich nach vorne drängelt. Das Agitatorische liegt mir nicht.“

Unter Beweis stellen konnte sie ihr politisches Talent in den vergangenen fünf Jahren. Sie profilierte sich schnell in der Kreistagsfraktion. Als Hartwig Martensen dann aus beruflichen Gründen den Posten als Vorsitzender des Hauptausschusses vor zwei Jahren abgab, vertraute man ihr diese Spitzenposition an. Eingewöhnungs-Schwierigkeiten hatte sie nicht, sie konnte neben ihrer juristischen vor allem ihre langjährige kommunalpolitische Erfahrung einbringen, um das strategisch wichtige Amt auszufüllen. Sütterlin-Waack bekleidet in ihrer Heimatgemeinde, wo sie seit 1993 lebt, seit Jahren das Bürgermeisteramt.

Die Suche nach dem Konsens bringt es mit sich, dass Sütterlin-Waack auch hin und wieder nicht auf Linie mit ihrer Partei ist. So macht sie keinen Hehl daraus, dass sie familienpolitisch ihrer eigenen Erfahrung mehr traut als den Vorgaben von Parteistrategen. „Das Betreuungsgeld ist nicht unbedingt mein Lieblingsthema“, sagt sie. Die Mittel sollten lieber in Kitas investiert werden.

Die Politik hat die Anwältin mit Kanzlei im Schleswiger Stadtweg quasi in die Wiege gelegt bekommen. Großvater Werner Schwarz saß von 1953 bis 1968 im Bundestag, war sechs Jahre lang Landwirtschaftsminister im Kabinett Adenauer. Ihr Vater Henning Schwarz war von 1969 bis 1979 sowie von 1983 bis 1985 Justizminister, von 1979 bis 1988 Minister für Bundesangelegenheiten und von 1987 bis 1988 geschäftsführender Ministerpräsident des Landes.

Es sei aber nie ihr Bestreben gewesen, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten, sagt sie. Nach dem Abitur absolvierte Sütterlin-Waack zunächst eine kaufmännische Lehre, bevor sie zum Studieren nach Göttingen ging. Vor dem Staatsexamen in Kiel studierte sie auch in der Schweiz. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der hessischen CDU-Landtagsfraktion. Seit 1994 ist die Mutter zweier Kinder, die in zweiter Ehe mit Kai Waack verheiratet ist, als Rechtsanwältin niedergelassen. Und so werde es auch bleiben – sofern es mit dem Sieg im Wahlkreis 1 oder über die Landesliste (Listenplatz 6) nicht klappen sollte.




Morgen lädt unsere Zeitung die Direktkandidaten ab 18.30 Uhr zur Diskussion in die Flensburger Phänomenta ein. Der Eintritt ist frei.

 

Morgen: Dirk Peddinghaus (SPD)

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erstellt am 16.Sep.2013 | 05:56 Uhr

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