Mobiliät in Flensburg : Mit iPad, Sonnenstrom und der größten E-Ladestation

Klaus+Co.-Geschäftsführer Andreas Dornburg mit der neuen Ladestation für sechs Fahrzeuge.
Klaus+Co.-Geschäftsführer Andreas Dornburg mit der neuen Ladestation für sechs Fahrzeuge.

Mercedes-Händler Klaus + Co hat hohen einstelligen Millionenbetrag in die automobile Zukunft investiert

shz.de von
08. Februar 2018, 11:53 Uhr

Mit einem Investitionsvolumen im hohen einstelligen Bereich hat sich Autohändler Klaus + Co neu für die automobile Zukunft aufgestellt. Das Mercedes-Haus beschäftigt rund 200 Mitarbeiter – an der komplett modernisierten Zentrale an der Liebigstraße, der Nutzfahrzeugsparte an der Lilienthalstraße sowie den Standorten Kappeln, Niebüll und dem neuen Peugeot-Haus in Husum. Weitere 30 Mitarbeiter zählt Geschäftsführer Andreas Dornburg (52) in der Peugeot-Sparte an der Liebigstraße und der gemeinsam mit BMW Bauer betriebenen Lackiererei.

Dornburg, ein gelernter Kfz-Mechaniker und Diplom-Ingenieur, sieht seine Branche mit drei großen Trends konfrontiert: Digitalisierung, autonomes Fahren und alternative Antriebe, die den Verbrennungsmotor einmal ersetzen könnten. Dornburg weiß, dass er in einer Branche im Umbruch nicht auf jede Frage schon die richtige Antwort kennen kann: „Es ist nicht klar, welche Technologien sich durchsetzen werden“, sagt er. „Vor allem im urbanen Bereich werden Elektroantriebe überlegen sein“ glaubt er. Dornburg hat sein Statement längst mit Taten untermauert. An der Liebigstraße findet sich auf der Südseite Flensburgs mittlerweile größte E-Ladestation für bis zu sechs Fahrzeuge. Beim Pressebesuch lädt die Smart-Flotte gerade Strom an den Säulen, die zusammen mit der Firma GP-Joule von der Westküste installiert wurden. Smart, sagt Dornburg, werde im kommenden Jahr die erste Marke sein, die sich vom Verbrennungsmotor komplett verabschiede. Wenn man die Fragen der Energiespeicherung und den überschüssigen Windstrom im Norden einbeziehe, hält er auch die Wasserstoffbrennstoffzellentechnik für interessant.

In seiner Zeit in Deutschlands größter Mercedes-Niederlassung in Frankfurt habe er einen Großversuch dazu begleitet: „Ich finde die Frage sehr spannend, ob sich das durchsetzt.“ Was das für das runderneuerte Haus Klaus + Co heißt? „Wir wollen uns so ausrichten, dass wir uns flexibel auf die Veränderungen ausrichten können“, sagt Dornburg.

Derzeit werde das Geschäft aber noch mit den klassischen Antrieben gemacht, sowie mit Werkstatt und Service. Diplom-Ingenieur Dornburg schätzt, dass der Diesel noch die nächsten 20 Jahre seine Vorzüge ausspielen wird, zum Beispiel in puncto Schnelligkeit und bei Nutzfahrzeugen.

Klaus + Co hat an der Liebigstraße viel in Informationstechnik installiert. Die Autoverkäufer zaubern nun auf dem iPad jede gewünschte Farbe, Felge und Innenausstattung auf den Schirm – natürlich auch von Modellen, die erst im Sommer lieferbar sein werden.

Auf dem Dach des neuen großen Showrooms ist eine 100-Kilowatt-Fotovoltaik-Anlage installiert. Dornburg: „Mit dem Strom decken wir einen großen Teil des Eigenbedarfs ab.“

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