zur Navigation springen

Weihnachtsmärkte in Glücksburg : Mit dem Planwagen von Basar zu Basar

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In Glücksburg fanden am Wochenende gleich zwei Weihnachtsmärkte parallel statt. Deren Organisatoren konnten sich jedoch nicht beklagen: Beide Basare verzeichneten einen regen Zuspruch.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 07:45 Uhr

Aus plausiblen Gründen haben sie nicht zueinander gefunden, miteinander verbunden waren sie dennoch – über den von zwei PS bewegten Planwagen, der über verschiedene Stationen im Stadtgebiet auch zwischen dem Schloss und der Rudehalle pendelte. Glücksburg hatte in diesem Jahr gleich zwei Weihnachtsmärkte und der Weihnachtsmann dadurch doppeltes Arbeitspensum.

Ursprünglich war erörtert worden, die lange Tradition des Weihnachtsmarktes zwischen 1998 und 2009 im Schlosshof wiederzubeleben – die aus Sicherheitsgründen eine jähe Zäsur erfahren hatte. Dank eines neuen ‚zweiten Fluchtwegs‘ wäre das auch möglich gewesen, doch die Konzepte divergierten zu sehr. „Ein im mittelalterlichen Stil abgehaltener Markt mit Eintritt war uns zu kommerziell. Außerdem hätten wir die insgesamt erforderlichen Mehrleistungen als Ehrenamtler so nicht erbringen können“, erzählt Hans Jörgen Page. Also zwei Weihnachtsmärkte für Glücksburg, jeder mit unterschiedlichen Akzenten.

„Fröhlich-besinnlich“ war das Adventswochenende in Foyer und Kirchzimmer des Schlosses apostrophiert. Gleich neben dem Eingang lud ein Schlosscafé in einem Teil der Grünen Diele zum Punsch ein. Eine kleine Zahl von Ausstellern präsentierte mit Erzgebirgsfiguren, Handarbeiten, Aquarellmalerei sowie Magnetschmuck und edlen Schreibgeräten schöne Geschenkideen. In den Führungen faszinierten liebevoll gestaltete, museale Weihnachtsszenarien aus einer anderen Zeit und Welt. Im Außenbereich wurde auf dem Schlossspielplatz die neu errichtete ‚Kleine Glücksburg‘ freigegeben, die kleine Besucher bei schönerem Wetter sicher in Ritter und Burgfräuleins verwandeln dürfte. „Wir würden es begrüßen, wenn der Schlosshof im kommenden Jahr wieder einen gemeinsamen Weihnachtsmarkt erlebt“, sagte Swenja Nissen von der Schlossverwaltung, die sich bereits am Sonnabend über 600 Besucher einschließlich der Gruppen freute.

Lebhaft ging es auch auf dem zum dritten Mal in der Rudehalle abgehaltenen Weihnachtsmarkt zu. „Mit 44 Ausstellern haben wir zehn mehr als im Vorjahr, konzentrieren uns aber auf die Haupthalle“, sagte Oliver Möller vom Stadtjugendring, der mit Hans Jörgen Page und Bärbel Demuth die Organisation gestemmt hatte. Unterstützt wurden sie von vielen Vereinen und Institutionen. „Wir verstehen unseren Markt auch als Bürgertreff und ideal zum gemütlichen Klönschnack“, betonte Demuth. Bei Punsch, Kaffee und Kuchen, Erbsensuppe und Bratwurst sowie vielen Aktionen gab es dazu viel Gelegenheit, gut abgeschirmt gegen das Schmuddelwetter. Mit Malwettbewerb, Märchen erzählen, Baumschmücken und einem großzügigen Weihnachtsmann wurden vor allem kleine Besucher verwöhnt.

Alle Aussteller kamen aus der Region und boten viel Heimatliches – Marmeladen, Selbstgebackenes und Gestricktes, Gehäkeltes oder Gefilztes. Familie Koehn vom Schlosskeller war mit Gewürzmischungen vertreten („Cajun Rub“), der Waldverein mit leckeren Gelees und einigen Exponaten wie einem Mäusebussard. Auch die Wichtelvielfalt war beeindruckend. Bei den Kerzen aus Tarp war ein wächserner Tannenbaum der Renner. Die Waldjugend verkaufte selbst hergestellte Futterglocken. Bürgermeisterin Dagmar Jonas persönlich pries die Bücher von Berthold Hamer über die Geschichte Glücksburger Straßen an – das zum Thema Bahnhofstraße ist gerade erschienen. Eine Tombola vergab außerdem attraktive Gewinne; der Erlös sowie Erträge aus dem Weihnachtsmarkt kommen der Jugendarbeit in Glücksburg zugute.

„Mit den Besucherzahlen sind wir sehr zufrieden, haben auch viel positive Resonanz von Gästen und Ausstellern erfahren“, sagt Oliver Möller, Vorsitzender des Stadtjugendrings. Er sei besonders vom modernen Gottesdienst gestern Morgen mit den beeindruckenden Chören „geflashed“ gewesen. Ob er sich einen gemeinsamen Weihnachtsmarkt im Schloss vorstellen kann? „Wir werden Bilanz ziehen, Meinungen einholen und in Ruhe abwägen. Außerdem haben wir vor, das Thema im kommenden Jahr mit der neuen Bürgermeisterin zu besprechen und zu sondieren, was machbar ist.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen