Marienstraße : Mit Bürgersinn zu neuem Kopfsteinpflaster

Auf der Baustelle: Friedrich Schreiber, Povl Leckband und Kurt Neumann (v.l.) machen sich für die Marienstraße stark. Foto: staudt
Auf der Baustelle: Friedrich Schreiber, Povl Leckband und Kurt Neumann (v.l.) machen sich für die Marienstraße stark. Foto: staudt

Anwohner der Marienstraße sind mit eigenem Geld dabei / Verschönerungsverein vermittelt die Spenden

shz.de von
28. August 2012, 06:07 Uhr

Flensburg | Bis Ende des Jahres soll alles fertig sein. Dann endet die 38-jährige Asphaltphase der Marienstraße. Wenn die Ab- und Regenwasserkanäle, die Fernwärmerohre sowie Strom- und Datenleitungen allesamt hübsch eingegraben sind, kommt obendrauf diesmal kein Asphalt, sondern schönes altes Kopfsteinpflaster. So wollen es die Anlieger, so will es der Planungsausschuss, und so muss es das TBZ jetzt auch machen.

Die Pflasterung der Marienstraße ist ein schönes Beispiel für Kompromissbereitschaft und Bürgersinn. Zunächst hatten Stadtwerke und Stadtverwaltung argumentiert, dass nach den Tiefbauarbeiten der alte Zustand wieder hergestellt werde - also Asphalt. Es gibt jedoch noch den Zustand aus der Zeit vor der Fernwärme. "Es gibt Fotos", so Anlieger Povl Leckband, "die zeigen, dass die Marienstraße bis weit in die 50er Jahre hinein Kopfsteinpflaster hatte. Es wurde erst 1974 entfernt, als die Fernwärme verlegt wurde."

Kurt Neumann, Architekt und Mitglied im Planungsausschuss, sieht eine Vorbildfunktion der Stadt. Die Altstadtsatzung, die zumindest für einen Teil der Marienstraße gelte, dürfe nicht immer nur dem Bürger Vorschriften machen.

Bei einer "sehr konstruktiven Bürgerversammlung" im Mai kamen die Kosten auf den Tisch, und die Anlieger äußerten Bereitschaft, sich daran zu beteiligen. Dabei tauchte auf die Frage nach einer steuerwirksamen Spendenbescheinigung auf. Die kann die Stadt nicht ausstellen - der Verschönerungsverein indes schon. "Das machen wir gern", sagt der Vorsitzende Friedrich Schreiber, der in der Pflasterung der Marienstraße einen "wichtigen Akt der Stadtbildverbesserung" sieht. Der Verein startete eine Spendenaktion, an der sich bislang vor allem die Anwohner beteiligt haben. Bis vor wenigen Tagen waren 10 000 Euro auf dem Spendenkonto (Nr. 272477, Nospa, BLZ 21750000) gelandet, Zusagen über weitere 2300 Euro liegen vor. Leckband: "Sogar zwei dänischen Investmentfirmen, die hier Häuser besitzen, haben gespendet." Der Architekt ist sich sicher, dass der Rest auch noch eingeht.

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