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Flensburger Tageblatt

26. September 2017 | 11:26 Uhr

Große Sprünge : Mit BMX und Bunsenbrenner

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim „Butcher Jam“ auf dem Schlachthof beweisen die Sportpiraten, dass sie für die BMX-Stars bei fast jedem Wetter eine Lösung haben

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2016 | 07:19 Uhr

Es war der erste „Butcher Jam“, der ohne Trockentücher und Bunsenbrenner wohl ins Wasser gefallen wäre: Drei Tage lang kämpften im Skatepark der Sportpiraten rund 200 BMX-Profis und Amateure auf den Rampen – und die Helfer mit Tüchern, Wischern und Brennern gegen die Feuchtigkeit.

Zum Beispiel Sonnabendabend, als der „Dirt Contest“ über die Sandrampen auf der Nordseite des Schlachthofgeländes auf dem Programm stand: Während unten die Plastikplanen von den Lehmrampen gezogen wurden, trocknete oben der Gasbrenner die Holzrampe. Die Sportpiraten um Dirk Dillmann und Katja Wrobel wollten die „Dirt Session“ auf keinen Fall absagen: „Ein Fahrer ist extra aus Polen für Dirt gekommen“, erzählt Dillmann. Der Pole Dawid Godziel wurde am Ende Zweiter in den Sandrampen hinter dem britischen Sieger James Jones – und vor dem Tschechen Jakub Benda, ebenfalls schon ein Bekannter in der Flensburger Neustadt.

Fahrer aus der ganzen Welt waren zum dreitägigen „Butcher Jam“ aufs Flensburger Schlachthofgelände gekommen. Am weitesten gereist war wohl der Australier Brock Horneman, Dritter auf der Miniramp hinter dem Russen Kostya Andreev und dem Briten Alex Coleborn. Und wer so einen Wettbewerbe zum ersten Mal besucht hat, konnte über atemberaubende Salti auf den von Hand trocken gewischten Rampen staunen.

„Es war definitiv eine neue Erfahrung für uns“, kommentiert Dillmann die Pfingstwetterkapriolen bis zum Hagel: „Aber es ist gut zu wissen, dass wir als Team damit klarkommen.“ Die Leute seien sogar im Regen sitzen geblieben, lobt Dillmann das treue Publikum. Kein Wunder: Wenn 17-Jährige im Flug absteigen, das Rad mehrmals um die Lenkerachse drehen, um rechtzeitig die Pedale wiederzufinden, damit sie rückwärts locker ausrollen können – dann ist es das Ergebnis harter Arbeit und meist schon mit mancher Blessur bezahlt worden, bevor der Trick perfekt sitzt.

Bei den „Beginners“ gewann Beik Lasse Mahlstedt (10) aus der Flensburger Neustadt vor Lennox Zimmermann (8) aus Oldenburg. Mahlstedts großer Bruder war am Sonnabend bei der Abfahrt gestürzt und hatte sich den Kiefer gebrochen.

Während bei den Männern Profis aus England, Norwegen, Russland oder Australien vorn landeten und lediglich im Street-Wettbewerb mit Daniel Portoreal ein Deutscher gewann, starteten in der „Girls Class“ allein vier Mädchen aus Flensburg. Lara Lessmann (16) holte sogar einen 1. Platz für Flensburg. Einen Preis hätte aber auch das Flensburger „Trockenteam“ verdient gehabt.

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