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Empfang mit Oberbürgermeister und Ministerin : Mit 700 Watt und frischen Fugen in der Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Offene Kanal Flensburg, das Selber-Sende-Fernsehen, feiert seinen 20. Geburtstag.

von
erstellt am 23.Mär.2015 | 15:45 Uhr

Flensburg | Es begann mit zwei Stunden Programm pro Woche: Im März 1995, genau vor 20 Jahren, startet in der alten Schule auf Jürgensby der Offene Kanal Flensburg – das Selber-Sende-Fernsehen. Erste Mitnutzer des Gebäudes, das die Stadt dem OK zunächst zehn Jahre mietfrei überlassen wird: Stadtbildstelle, VHS und das Lehrerbildungs-Regionalseminar. Am Freitagabend feierte der OK mit rund 100 Gästen Geburtstag, darunter einigen der gut 3000 eingetragenen aktiven Nutzer. Videos aus der Gründerzeit flimmern da noch einmal über die Flachbildschirme, es sieht aus wie Fernsehen aus einer anderen Zeit – zum Beispiel, der junge Pastor Helge Hand, der das kirchliche Wort auf Platt unters Volk des Kabelfernsehens bringt und zu den Nutzern der ersten Stunde zählte. Die „OKids“ von der Jugendredaktion Schnappschuss hatten die kleine Zeitreise durch besondere, traditionsreiche und lustige Ereignisse aus zwei Jahrzehnten zusammengestellt.

Bjarne Truelsen, der den OK heute gemeinsam mit Tanja Zimmer leitet, war auch schon zum Start vor 20 Jahren dabei. Filmemacher Volker Moschkau, so etwas wie das Gesicht des Offenen Kanals in der Stadt, stieß etwas später dazu.

Dass der OK in Flensburg zuletzt viel investiert hat, lässt sich nicht nur daran ablesen, dass der Sender sich jetzt „Flensburg-TV“ nennt. Seit einem Jahr gibt es eine neue Sendeabwicklung, die Bildregie ist mittlerweile komplett digitalisiert und auf HD im Format 16:9 umgestellt. Die neuesten HD-Kameras sind mit Glasfaserkabel statt Kupfer ausgestattet. Auch die Lichtanlage wurde 2013 komplett überholt. So wurden aus 20 000 Watt, die es an der St. Jürgen-Straße früher zuweilen ungemütlich heiß machten, jetzt 700 Watt aus Dioden und energiesparenden Birnen.

Schließlich müsse der Offene Kanal auch sparen, berichtet sein Kieler Leiter Peter Willers. Nachdem der OK die alte Schule auf Jürgensby vor viereinhalb Jahren kaufte, haben die Fernsehmacher bereits mehr als 200  000 Euro in das Gebäude mit seinen 71 Fenstern und neun Treppen investiert, allein 50  000 Euro in die Fugensanierung der denkmalgeschützten Fassade. „Und Peter Willers ist ungewollt zum Brandschutzexperten geworden“, bemerkte Jutta Kürtz als OK-Beiratsvorsitzende in ihrer Begrüßung. Und die geneigten Zuhörer, unter denen neben zahlreichen Ratsmitgliedern auch Oberbürgermeister Simon Faber war, bekamen eine Ahnung davon, dass der Hausverkauf an den OK für Flensburg ein Glücksfall gewesen sein dürfte.

Kulturministerin Anke Spoorendonk lobte den OK nicht nur für seine Kooperation mit Schulen und anderen Bildungsstätten, sondern auch für seine Sendungen aus dem Ratssaal oder dem Kreistag: „Zwar sind Live-Übertragungen aus dem Rat nicht unbedingt der Burner für die Zuschauer, tragen aber die Kommunalpolitik zu den Bürgern“, erklärte sie. Und OB Faber ergänzte, schließlich könne nicht jeder Bürger wie – die auch an diesem Abend anwesende – Familie Leuendorf fast jede Ratsversammlung direkt von der Zuschauerbank verfolgen.

Heute nutzen Schüler, Studierende, Eltern, Lehrer und zahlreiche aktive Senioren das Haus mit seiner modernen Technik und räumlichen Möglichkeiten.

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