Flens-Arena : Misstöne nach Santiano-Konzert

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Veranstalter Peter Thomsen weiß um die Aufgaben von Sicherheitsdiensten wie hier bei einem Sommer-Open-Air in Glücksburg und um die Bedürfnisse der Gäste von kleinen wie großen Veranstaltungen.

Jede Tasche von Besuchern eines Konzerts wurde durchsucht. Ein Ehepaar aus Neumünster fühlte sich von Ordnern zu hart angepackt.

Gunnar Dommasch von
22. Januar 2015, 12:00 Uhr

Flensburg | 3800 Menschen waren glücklich und zufrieden nach dem Santiano-Konzert, nur nicht die Familie Schlick. Dem Ehepaar, das extra aus Neumünster angereist war, wurde die musikalische Seefahrt in der Flens-Arena gründlich versalzen. Schuld seien die Ordner einer Sicherheitsfirma – und obwohl der Auftritt schon einen Monat zurückliegt, sei den beiden, so die Klage, noch keine Genugtuung widerfahren.

Tatort Eingang. Dorthin strömen die Massen und dort werden, so will es die Hausordnung, Taschenkontrollen durchgeführt. Ohne Ausnahme. Der Sicherheit wegen. Verboten ist nicht nur die Einfuhr von Waffen und Drogen, sondern auch jegliche Form von Lebensmitteln (siehe Info-Box).

Nachdem das Ticket von Cornelia Schlick entwertet worden ist, begehrt ein Ordner einen Blick in ihre Handtasche. Jetzt entspinnt sich der Konflikt. Den Schilderungen des Ehepaars zufolge packt der Ordner die 58-Jährige am Arm und durchwühlt, den Protest ignorierend, grob die Tasche. Er entdeckt darin zwei Trinkflaschen und fordert die beiden auf, die Getränke umgehend zu entsorgen.

In der Schlange beginnt es zu rumoren. Jörg Schlick möchte noch einen Schluck zu sich nehmen. „Das wurde mir rabiat verweigert“, schimpft der Realschullehrer, der schließlich klein beigibt und mit seiner Frau in Richtung Bühne verschwindet. Aber in ihm brodelt es.

Er kann und will das Geschehene nicht auf sich beruhen lassen und kehrt kurz vor Beginn des Konzerts noch einmal zum Eingang zurück. Er beabsichtigt, den Ordner zur Rede zu stellen. Als er nach dessen Namen fragt, verweigert der „kräftig bis korpulente“ Mann die Aussage. „Er hat einfach in sich hinein gegrient“, echauffiert sich Schlick. Und fragt: „Finden Sie das lustig?“ Antwort: „Ja“. Dem gebürtigen Flensburger gelingt es schließlich, den Mitarbeiter der Security als „Nummer 128“ zu identifizieren.

Doch seine per E-Mail wie auch telefonisch vorgetragenen Beschwerden und Nachfragen beim verantwortlichen Sicherheitsdienst „Sidiko“ bleiben unbeantwortet. Schlick fragt sich: Haben die was zu verbergen? Der 63-Jährige ruft Peter Thomsen an, Geschäftsführer von Förde Show Concept (FSC), dem Betreiber der Halle. Ein sachliches und konstruktives Gespräch, wie beide betonen. „Leider wurden die Vorwürfe nicht konkretisiert“, sagt Thomsen gegenüber dem Tageblatt. Insofern habe er auf die Hausordnung verwiesen. Es seien ihm bislang keine Beschwerden über die Firma Sidiko, mit der FSC kooperiert, zu Ohren gekommen. Der Sicherheitsdienst wird nicht nur bei Veranstaltungen in der Flens-Arena und im Deutschen Haus, sondern auch bei diversen Festivals, den Spielen des ETSV Weiche oder der SG Flensburg-Handewitt eingesetzt. Geschäftsführer Martin Steinebach ist über den Vorfall nur ein Satz zu entlocken: „Alles korrekt gelaufen, unserem Mitarbeiter ist nichts vorzuwerfen.“

Das sieht Jörg Schlick ganz anders. Das Verhalten von „Nr. 128“ sei „barsch, ironisch und herablassend“ gewesen. Sollte eine Klärung nicht herbeizuführen sein, erwägt der Lehrer, Strafanzeige zu stellen.

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