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Städtebaugeld für Flensburg : Millionen für eine neue Kulturachse

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Große Chance für Eckenerhaus, Deutsches Haus, Höfe und Flensborghus

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 11:45 Uhr

Es ist ein ganz großes Rad, an dem der städtische Denkmalpfleger Eiko Wenzel gerade heftig dreht. Er hat einen 50-Millionen Euro schweren Fördertopf in Berlin ausgemacht, aus dem er einen nicht unerheblichen Teil nach Flensburg lenken will. „Nationale Projekte des Städtebaus“ heißt das Bundesprogramm, aus dem – wenn es optimal läuft – die „Deutsch-dänische Kulturachse vom Deutschen Haus zum Flensborghus“ mit zwölf Millionen Euro bezuschusst werden könnte.

Zwei Jubiläen gibt es, die Berlin die Entscheidung für Flensburg leichter machen könnten: 60 Jahre Bonn-Kopenhagener Erklärungen im Jahr 2015 und „100 Jahre Volksabstimmung“ fünf Jahre später. Aus Flensburger Sicht hat dieses Bundesprogramm einen ganz besonderen Vorteil: Bei Städten mit einer Haushaltsnotlage kann die Förderquote auf 90 Prozent erhöht werden. Flensburg müsste dann maximal eine gute Million Euro aus eigener Tasche zahlen. Morgen, so hofft Wenzel, wird die Ratsversammlung beschließen, dieses Geld bereit zu stellen; ein einstimmiger Beschluss wäre aus seiner Sicht ein gutes Signal von der Förde an die Spree.

Doch was soll mit den vielen Millionen geschehen? Die drei Hauptgebäude an der Achse – Deutsches Haus, Eckenerhaus und Flensborghus – haben alle einen großen Sanierungsbedarf. Das Deutsche Haus gilt als letztes deutsches Konzerthaus mit einer Original-Ausstattung aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Doch es ist in die Jahre gekommen. Beleuchtung, Energetik und Barrierefreiheit sind nicht auf dem Stadt der Technik und müssten dringend erneuert werden.

Erweitert werden soll die Kulturachse um ein „Haus der Minderheiten Europas“, das in einem historischen Speichergebäude aus dem 18. Jahrhundert und dem dazugehörigen Vorderhaus (früher Spirituosenhändler C.C. Petersen) an der Norderstraße entstehen. Es soll ein Haus der Begegnung für alle in Flensburg beheimateten Minderheiten werden.

Das Eckenerhaus, ein bedeutendes Bürgerhaus mit seinen ältesten Teilen aus dem 15. Jahrhundert, könnte als Bestandteil der Kulturachse eine neue Funktion erhalten. Es könnte zu einem „Kreativzentrum Eckenerhaus“ befördert werden und hier das kreative Potenzial der Wirtschaft im deutsch-dänischen Grenzland fördern. Seminare, Zusammenkünfte und Weiterbildungen könnten hier stattfinden. Auch für eine dauerhafte Ausstellung über den Luftschiffpionier Hugo Eckener, der in diesem Haus aufwuchs, wäre hier Platz.

Nicht zuletzt hat Eiko Wenzel einige der zahlreichen Kaufmannshöfe im Sinn, die wie kein anderes städtebauliches Element die Flensburger Altstadt prägen. Viele von ihnen seien durch Leerstand und Verfall bedroht. Hier soll die Förderung vor allem dazu dienen, privates Kapital der Grundeigentümer zu mobilisieren. Insgesamt könnte das Projekt Kulturachse 25 Millionen Euro für Flensburg generieren, hat Wenzel hochgerechnet. Im Umwelt- und Planungsausschuss stieß es auf zum Teil euphorische Zustimmung.

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