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Investitionsbank in Flensburg : Mietwohnungsbau boomt im Norden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Investitionsbank sieht sich mit den neu eingeführten Zuschüssen auf dem richtigen Weg / Qualifizierung bleibt wichtiges Thema

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2017 | 11:58 Uhr

Der Mietwohnungsbau im Norden und Westen Schleswig-Holsteins befindet sich derzeit im Aufwind. Das liege nicht zuletzt am aktuellen Förderprogramm der Investitionsbank, sagte deren Vorstandsvorsitzender Erik Westermann-Lammers gestern in der IHK Flensburg. Da niedrige Zinsen allein kein Anreiz mehr für Bauherren sind, gibt es seit 2016 bei Projekten des sozialen Wohnungsbaus eine Förderung von 250 Euro pro Quadratmeter neu gebauten Wohnraums.

Auf diese Weise fließen allein 620  000 Euro nach Westerland, wo die Gemeinde Sylt in drei Gebäuden 72 geförderte Mietwohnungen für insgesamt 16,3 Millionen Euro baut. 9,5 Millionen Euro steuert die Investitionsbank als zinsgünstiges Darlehen bei. In Flensburg freut sich der Selbsthilfe-Bauverein (SBV) über einen Zuschuss von immerhin noch 170  000 Euro, den er für den Bau von zwölf geförderten Wohnungen im Stadtteil Fruerlund verwendet. Flensburg und Sylt sind mit 46,6 Millionen Euro dann auch der Schwerpunkt der Förderungen durch die Investitionsbank in den ersten vier Monaten des Jahres 2017.

Im vergangenen Jahr steigerte die Bank ihre Förderung für den Norden und den Westen von insgesamt 443 Millionen auf 548 Millionen Euro. Zu dieser Steigerung habe auch der Breitband-Ausbau beigetragen, so Westermann-Lammers. Die I-Bank fördert nicht nur den Wohnungsbau, sondern hat mit der Wirtschaftsförderung ein weiteres wichtiges Standbein. Hier ging die Gesamtleistung von 117 auf 110 Millionen Euro zurück, was die I-Banker letztlich auf die gute Konjunktur zurückführen: Der Rückgang bedeute nicht, dass die Wirtschaft weniger investiert habe. „Vielmehr wirkt sich hier aus, dass der Mittelstand eine stärkere Innenfinanzierungskraft auf Grund der guten Konjunktur gewonnen hat“, so Westermann-Lammers.

Als Erfolgsmodell sieht die Bank nach wie vor ihren Mikrokredit zur Förderung von Unternehmensgründungen. Dabei werden kleinere Summen zwischen 3000 und 25000 Euro ohne die banküblichen Sicherheiten an junge Unternehmer vergeben. Mit Hilfe der Kammern kommen die Interessenten an das Geld der Investitionsbank. 2016 wurden auf diese Weise 18 Gründungen begleitet.

Qualifizierung bleibt ein wichtiges Thema; auch hier verstärkt die Bank ihr Engagement. Beim Aufstiegsbafög, dem früheren Meisterbafög, wurde das Volumen auf Grund von Leistungsverbesserungen verdoppelt. Unter anderem verlange die Digitalisierung laufende Weiterbildung, so der Vorstandschef.

Man gehe nach wie vor von niedrigen Zinsen aus; dies führe bei einigen Kreditprogrammen zu „extrem langen Laufzeiten“ von bis zu 30 Jahren. Ein wichtiges strategisches Ziel sei es, den Mittelstand im Lande zu halten. Dies könne man nicht zuletzt durch die finanzielle Begleitung im Bereich der Unternehmensnachfolge ermöglichen, die sich oft als schwierig erweise.

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