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Mehrgeschossige Bauten : Mietwohnungen statt Eigenheime

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt ändert Planungen für einen Teil von Tarup-Südost und will so die Zahl der Wohneinheiten fast verdoppeln. Ein Einkaufszentrum ist in Reichweite.

Flensburg | „Es ist eine andere Welt der Wohnungsbaupolitik als noch vor einigen Wochen.“ Das sagte Peter Schroeders, Chef der Stadtplanung, eher beiläufig am Ende der Diskussion. Zuvor hatte er ganz unaufgeregt eine Planänderung für den westlichen Teil von Groß-Tarup erläutert und begründet. Das war so etwas wie ein Paradigmenwechsel in der städtischen Wohnungsbaupolitik. Mehrgeschossige Bauten statt Einfamilienhäuser, bis zu 170 statt 90 Wohneinheiten – das ist das Ziel einer erneuten Planänderung.

Hier im Südosten Flensburgs entsteht das vorerst letzte großflächige Einfamilienhausgebiet Flensburgs. Doch 90 künftige Häuslebauer müssen sich jetzt nach etwas anderem umschauen. Denn für die nahezu rechteckige Fläche südöstlich des Damms für die Bahnlinie nach Kiel hat der Umwelt- und Planungsausschuss jetzt eine gravierende Planänderung auf den Weg gebracht. Statt Einfamilienhäusern plant die Stadt jetzt Geschosswohnungsbau mit bis zu vier Geschossen. Auf diese Weise könnten 150 bis 170 Wohnungen entstehen, darunter ein großer Anteil an Sozialwohnungen, wie Schroeders versicherte.

Bei den politischen Vertretern im Ausschuss stieß er auf offene Ohren; es gab ein einstimmiges Votum – zumal Schroeders sagte, dass es sehr konkrete Investitionsabsichten gebe. Ein weiterer Grund für die Planänderung sind schwierige Bodenverhältnisse, vor allem im Bereich des Bahndamms. Nur mit erheblichem Aufwand könne man diese Teilflächen bebaubar machen, so Schroeders. Bei einer mehrgeschossigen Bebauung könne man darauf verzichten. Dafür muss der Lärmschutz voraussichtlich überarbeitet werden; sowohl die Bahnlinie als auch die derzeit noch nicht intensiv befahrene Hochfelder Landstraße sind hier ein Faktor. Die wird zwar durch einen Bahndamm abgeschirmt, aber es sei zu prüfen, ob der bei einer mehrgeschossigen Bebauung noch hoch genug ist.

Seit Jahren weiß die Stadt, dass sie 5000 zusätzliche Wohnungen in den kommenden Jahren benötigt, zuletzt nannte Schroeders die Zahl von 6000 bis 2025. Wenn allein in diesem Jahr rund 1000 Asylbewerber nach Flensburg kommen, ist absehbar, dass die meisten von ihnen früher oder später auf dem Wohnungsmarkt aktiv werden; die Nachfrage nach günstigen Wohnungen wird absehbar weiter steigen.

Aus dem Ausschuss kam die Bitte, auf eine bessere Busanbindung des neuen Gebietes zu achten. Schroeders versprach Gespräche mit den Busbetreibern, erinnerte aber daran, dass eine bessere Anbindung letztlich eine politische Entscheidung sei – und damit hat sie finanzielle Auswirkungen.

Nah gelegene Einkaufsmöglichkeiten gibt es zwar noch nicht, eine Planung ist aber vor kurzem auf den Weg gebracht worden. Die Stadt hat die Flächen etwas weiter südwestlich jenseits der Ringstraße für Einzelhandel vorgesehen. Hier gebe es mittlerweile mehrere Interessenten, ließ Schroeders den Ausschuss wissen. Das hier geplante Einkaufszentrum soll die seit Jahren bestehende Lücke in der Einzelhandelsversorgung Tarups schließen; allerdings liegt es deutlich außerhalb Tarups, dafür aber ganz in der Nähe Sünderups und des Wohngebiets Hochfeld. Auch die Bewohner der neuen Flächen in Groß-Tarup werden es dann nicht mehr weit zum Einkaufen haben.

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erstellt am 26.Nov.2015 | 18:56 Uhr

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