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Shopping in Flensburg : Mieterschwund in der Holmpassage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Geschäftsaufgaben gibt es vor allem im Restaurantbereich - und die Center-Managerin ist von der Standort-Qualität überzeugt.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2016 | 12:32 Uhr

Die Holmpassage muss im 30. Jahr ihres Bestehens weitere Leerstände hinnehmen. Diesmal trifft es den Frische- und Restaurantbereich. Nach der Ankündigung des Insolvenzverwalters, Schlachter Jepsen schließe Ende dieser Woche sein Verkaufsgeschäft und den Essensbereich, bestätigte auch der Inhaber der Firma Apfelsinchen, Thomas van Zoest, er werde diesen Standort aufgeben. Die Passage als Einzelhandelsstandort hält er für schwierig. Damit steht er im direkten Gegensatz zur Center-Managerin, Gerda Thomas. Sie spricht von einem „ausgezeichneten Einzelhandels-Standort“.

So auskömmlich kann es nicht sein, denn der Konkursverwalter von Schlachter Jepsen begründet den Rückzug aus der Passage damit, das Unternehmen müsse in der jetzigen Phase seine personellen Kräfte bündeln und die Gesamtkosten reduzieren, begründete Malte Jepsen den Schritt (wir berichteten). Allerdings sei auch eine Wiedereröffnung der Filiale unter neuer Führung denkbar.

Ein klares Wort spricht Thomas van Zoest: „Wir buttern alle zu,“ sagt der Apfelsinchen-Chef. Er deutet einen Kannibalisierungseffekt der Passagen untereinander an, wenn er schildert, dass die Eröffnung der benachbarten Flensburg-Galerie zu einem deutlichen Umsatzeinbruch von 20 Prozent geführt habe. „Der Sonnabend ist mit 50 Prozent weniger Umsatz der schlechteste Tag“, vergleicht van Zoest die Geschäftssituation mit der Zeit vor dem Galerie-Start. Ganz wesentlich seien die Geschäfte in der Passage auf Laufkundschaft angewiesen. Kurzer Weg zwischen den Schulen auf der westlichen Höhe und dem Zob, außerdem die „Zob-Kinder“ – gelaufen werde in der Passage viel, aber nicht gekauft.

Thomas van Zoest bereitet seinen neuen Geschäftsstandort in Mürwik vor. Von dort wird er seine Geschäftszweige Versorgung mit Schüleressen und Catering weiter betreiben.

Wie Schlachter Jepsen wird auch das Restaurant La Dania, Anbieter orientalischer Spezialitäten, seine Türen zum Ende dieses Monats, am Donnerstag, schließen. Allerdings bemüht sich ein Mitglied der Familie um die Übernahme.

Weiterhin feste Größe will Volker Lund mit seinem Fischrestaurant in der Passage bleiben. Allerdings sei ihm aus gesundheitlichen Gründen geraten worden, kürzer zu treten. „Aber zunächst bleibe ich hier.“

Passagen-Managerin Gerda Thomas hält einem negativen Eindruck, den die Auslastung der Passage vermitteln könnte, entgegen: „Wir haben eine gute Entwicklung.“ TKmax als Hauptmieter habe seinen Mietvertrag verlängert. Neu sei das bio-vegetarische Geschäft „fresh in“. Gewisse Wahrnehmungen von Leerständen seien in etlichen Passagen zu finden, auch in der Flensburg-Galerie. Aber es gebe keinen Zweifel: Die Holmpassage habe den Vorteil eines sehr verkehrsgünstigen Standortes. Potenzielle Mieter hielten sich derzeit mit dem Abschluss von Verträgen zurück, weil sie zunächst die Entwicklung in der neuen Passage abwarten wollten – dem neuen Geschäftshaus im alten Sparkassengebäude an der Ecke Holm/Rathausstraße, das mit dem angekündigten Drogeriemarkt noch nicht ausgelastet ist.

Und demnächst wird in der Holmpassage gefeiert. Im September steht das 30-jährige Jubiläum im Veranstaltungskalender. Dafür ist auf den Flächen zwischen Zob und Holm ein Ball geplant.

 

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