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Flensburger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 14:56 Uhr

Langballig : Michael Klatt hilft in Rentenfragen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seit 20 Jahren informiert der Versichertenberater ehrenamtlich – zunächst im Amt Langballig, heute in vielen Orten im Kreisgebiet. Rund 22000 Menschen hat Klatt in seiner Sprechstunde betreut.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Er ist, wie alle etwa 5200 Versichertenberater bei den deutschen Rentenversicherungsträgern, ehrenamtlich unter dem Motto „Beratung in der Nachbarschaft“ tätig. Diese Aufgabe nimmt Michael Klatt nunmehr seit 20 Jahren wahr und hilft seitdem in sämtlichen Rentenangelegenheiten. Zudem können bei ihm Renten- und Kontenklärungsanträge abgegeben werden. Er bezeichnet sich selbst als eine Art „Außenstelle“ der Rentenversicherung, seine Auskünfte seien verbindlich. Der 66-jährige Rentner wohnt seit 1988 in Langballig und ging 1999 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand.

Nach vier Jahren Bundeswehr seit 1970 bei der früheren Barmer Ersatzkasse (BEK) tätig, war Klatt dort zum Schluss Geschäftsführer der Flensburger Bezirksverwaltung. Diese fast 30-jährige berufliche Tätigkeit hat ihn geprägt. „Ich bin ein Kind der Selbstverwaltung und möchte meine fachlichen Kenntnisse für die Allgemeinheit nutzbar machen.“ Zudem will er weiterhin geistig gefordert sein. Auf Vorschlag der BEK-Versichertenvereinigung wurde er 1994 erstmalig für sechs Jahre von der Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Bund zum ehrenamtlichen Versichertenberater ernannt und befindet sich mittlerweile in seiner vierten Amtszeit. Diese endet 2017, und dann soll für Klatt entgültig Schluss sein.

Die Qualität von Klatts Beratungsarbeit hat sich im Laufe der Zeit herumgesprochen. Den Begriff Nachbarschaft weit auslegend, ist er daher inzwischen nicht nur im Amt Langballig tätig, sondern darüber hinaus auch in Steinbergkirche, Sörup, Satrup, Hürup, Böklund und Silberstedt sowie in Tarp, Eggebek, Handewitt, Schafflund und Glücksburg. Die Gesamtzahl seiner Beratungskontakte liegt nach eigenen Angaben bei etwa 22 000. „Das entspricht vom Zeitaufwand her einer halben Vollzeitstelle.“ Dafür erhält er wie alle seine Kollegen eine Aufwandsentschädigung. Zudem werden die Sachaufwendungen erstattet. Für die Rentenversicherung rechnen sich diese Ausgaben, werden ihre Verwaltungsstellen doch so von zeit- und arbeitsaufwändigen schriftlichen Nachfragen entlastet.

Ein typischer Fall für Klatt war die Beratung einer 76-jährigen Witwe. Der Ehemann hatte behauptet, sie hätte keinen Rentenanspruch, weil sie nie in die Rentenkasse eingezahlt habe. Bei der Sichtung der Unterlagen stellte Klatt jedoch fest, dass die Frau fünf Kinder hat. Da ihr für jedes Kind jeweils zwölf Rentenmonate zustehen, kam sie schließlich auf 60 Monate und erfüllte somit die Mindestvoraussetzung für einen eigenen Rentenanspruch. Angesichts ihrer kleinen Witwenrente waren die zusätzlichen 125 Euro sehr willkommen.

Aktuelle Beratungsthemen sind nach Klatts Aussage zurzeit die Rente ab 63 und die angekündigte Erhöhung der Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder. Zu diesem Thema hatte auch Klatts Nachbarin Rosemarie Buße-Schaubrenner eine Nachfrage. Eine konkrete Antwort musste er aber diesmal schuldig bleiben. Dazu seien gegenwärtig solange keine verbindlichen Aussagen möglich, wie die Rechtsgrundlagen noch fehlten, stellte der Rentenberater fest.

In jedem Amt hält Klatt einmal monatlich eine Sprechstunde ab. Dazu bittet er um vorherige Anmeldung (Telefon 0 46 36 / 13 16). Im Bedarfsfall, zum Beispiel bei Gebrechlichkeit oder Erkrankung, macht er auch Hausbesuche.

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