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Deutsch-dänische Grenze : Menschenschmuggel nimmt stark zu

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dänische und deutsche Polizisten kämpfen mit Erfolg gegen Diebeszüge krimineller osteuropäischer Banden. Die erweiterte Zusammenarbeit auf beiden Seiten der Grenze trägt mittlerweile erste Früchte.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 18:28 Uhr

Pattburg | Im Februar 2011 wurde der Polizei in Südjütland eine sogenannte Ausländerkontrolle (UKA) hinzugefügt. Sie soll helfen, die Zusammenarbeit der dänischen Behörden und der deutschen Landes- und Bundespolizei zu intensivieren, um die kriminellen Diebeszüge osteuropäischer Banden aufzuklären.

Knapp 100 Polizeibeamte arbeiten täglich nördlich und südlich der Grenze zusammen. Die UKA hat sich insbesondere darauf konzentriert, den Einsatz mit ihren deutschen Kollegen zu planen und abzustimmen – falls es den Dieben gelingt, mit der Ware über die Grenze zu gelangen.

Anlass der Zusammenarbeit ist die steigende Anzahl des Lieferverkehrs, vor allem zwischen Litauen, Polen und Dänemark. Dort verkehren vermehrt Lieferwagen, die auffällige Ladung mit sich führen – etwa teure Fahrräder, Werkzeug, Flachbildschirme oder Computer. Bis zur Gründung des UKAs war es den dänischen Beamten nahezu unmöglich, Diebe zu fassen, sofern diese Deutschland erreicht hatten.

„Bis Dezember vergangenen Jahres haben wir in 74 Fällen Anfragen der deutschen Polizei bekommen, 2012 waren es 62“, sagt UKA-Leiter und stellvertretender Polizeioberrat Palle Linné. Diesen Anstieg wertete er als Erfolg.

Von den 74 Anfragen konnten in 47 Fällen große Mengen an Diebesgut zurück nach Dänemark gebracht werden – zudem nahm die Polizei 78 Verdächtige fest. Dies bedeutet eine deutliche Zunahme gegenüber 2012, als es 27 Anfragen und 38 daraus resultierende Festnahmen gab.

Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der festgenommenen Menschenschmuggler: Im vergangenen Jahr waren es bis Dezember 40 – im gesamten Jahr 2012 hingegen 27. Palle Linné nennt den Bürgerkrieg in Syrien als die wichtigste Ursache für diesen Anstieg.

Insgesamt hat das gemeinsame Büro in Pattburg im vergangenen Jahr 500 Fälle bearbeitet. Der Leiter der Bereitschaft des UKA, Kim Kjær, sagte über die Taktik und Ressourcen seines Teams: „Im Grunde wissen wir nicht, welche Route die Diebe wählen. Wir sind etwa zwei Dutzend Personen, die für ganz Sønderjylland und für 70 Kilometer Grenze verantwortlich sind.“ Daher komme es auf die Flexibilität der Beamten an. „Wir müssen genau so unberechenbar sein wie die Diebe, die mit einer gestohlenen Ladung Nerz durch die Region fahren.“

Der dänischen Polizei sei aufgefallen, dass die Täter Kundschafter vorausschicken. „Wenn wir das registrieren, können wir die Kollegen in Deutschland informieren, die dann wiederum wissen, wonach sie Ausschau halten müssen.“ Kjær weiß, dass die Zusammenarbeit noch ausbaufähig ist. „Vieles kann und muss noch entwickelt werden, doch es ist ein großer Schritt insbesondere für die dänische Polizei.“
 

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