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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 15:56 Uhr

Glücksburg : Melodien zum Wiedererkennen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das 22. Neujahrskonzert mit dem Orchester Klassik-Philharmonie Hamburg zieht 620 Musikliebhaber in die Glücksburger Rudehalle. Ohne drei Zugaben ließ das Publikum die Musiker nicht von der Bühne.

Das Neujahrskonzert in Glücksburg hat eine lange Tradition, auch schon seit Jahren mit dem exzellenten Orchester Klassik-Philharmonie Hamburg unter seinem bedeutenden Dirigenten Robert Stehli. Positiv verändert hat sich in den Jahren die Rudehalle, die durch Vorhänge und dezentes Licht den Charakter der Mehrzweckhalle mit Schweiß und Turnschuhen vergessen lässt.

Als Mozartorchester begann man im Jahre 1978, schon unter Stehlis Leitung, und das Orchester hat nichts von der feinfühligen, differenzierten Klanggebung eingebüßt. Auch wenn man mit strahlendem Trompetenklang in Franz von Suppés „Leichte Kavallerie“ begann, überwogen die verhaltenen Klangfarben, so dass schon eine Triangel solistisch hervortreten konnte. So begeisterte auch die Balletteinlage „Tanz der Stunden“ von Amilcare Ponchielli, dessen berühmtes Thema weiten Kreisen bekannt ist, durch Walt Disneys Musikfilm „Fantasia“.

Überhaupt zeichnen sich Neujahrskonzerte aus durch die Freude am Wiedererkennen von Melodien: Da huscht ein Lächeln über Gesichter der 620 Zuhörer, man schunkelt leicht, und mancher wagt auch leise, mitzusummen. Stehli überlässt dieses den Hörern und führt seine Musiker mit präziser, zurückhaltender Stabführung. Auch die weitgereiste Sopranistin Jo-Nette Le Kay aus Südafrika passte sich diesem Klang perfekt an, etwa in den mühelosen Koloraturen von Charles Gounods „Ah! Je veux vivre“, oder, besonders eindringlich in Giacomo Puccinis Arie „Un bel di vedremo“ in intim anrührender Melodik, die Sehnsucht ausdrückend nach dem Soldaten, der sie verlassen hat. Die Komponistennamen: Puccini, Johann Strauß, Gioachino Rossini, Franz Lehar, Emmerich Kalman, sie bilden eine Perlenkette der Melodik in den Ohren und steigerten wie ein Crescendo die Begeisterung im fast gefüllten Saal. Da wurde Musik zur Therapie für die Seele und die Aufnahmebereitschaft war am Ende ungebrochen. Und so wurden auf Verlangen drei Zugaben gewährt, darunter der Radetzki-Marsch. Das Publikum erhob sich und applaudierte begeistert: Das Jahr 2014 fing gut an.

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