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Horror in Flensburg : Trotz Kritik: Kettensägen-Video war nur der Anfang

vom
Aus der Onlineredaktion

„Unmöglich“ und „geschmacklos“: Das Flensburger Kettensägen-Video stößt vielen sauer auf. Die Macher äußern Bedauern - und wollen trotzdem weitermachen.

Flensburg | Das Kettensägen-Video drei junger Flensburger hat im Netz heftige Kritik ausgelöst - auf ihrer Facebook-Seite, in der Facebook-Gruppe „Flensbook“ und auch auf der Fan-Page von shz.de. Am Mittwoch veröffentlichten die jungen Männer das Video bei Youtube, rund 6700 Mal wurde das Machwerk bis zum Freitagvormittag angeklickt - und inzwischen ist die Kommentarfunktion abgestellt. Noch am Donnerstag war dort auch Kritik zu lesen. Zum Beispiel: „Ihr solltet euch schämen!“ Unter dem Video nehmen die Youtuber jetzt Stellung - sie wollen weitere Videos drehen.

Der Filmdreh hatte in der Nacht zu Sonntag zu einem Polizei-Einsatz geführt. Ein mit Kunstblut überströmter Mann kroch an der St.-Jürgen-Treppe aus einer Hecke hervor, dann tauchte ein maskierter Mann mit einer Kettensäge auf. Zwei junge Frauen flohen in Panik, eine 24-Jährige stürzte und verletzte sich dabei. Sie rief die Polizei.

Seit ein paar Tagen ist das alles auf Youtube zu sehen - und löst einen Shitstorm aus. Manche finden die Aktion lustig, aber die Kritiker überwiegen: Das ganze sei „unmöglich“ und „geschmacklos“, „unterbelichtet“ und „unverantwortlich“. „Was ich an der ganzen Sache am schlimmsten finde, ist, dass die Herren Regisseure dieses Projekt von Anfang an ja so geplant hatten. Absichtlich mit der Angst und Panik der Menschen zu spielen, ist ne miese Idee, und wofür? Für ein Youtube-Video?", kommentiert die Nutzerin Ei Ke auf der Facebook-Seite von shz.de.

Die Macher - laut Polizeibericht sind sie zwischen 18 und 22 Jahre alt - schreiben jetzt unter dem Video auf Youtube: „Wir bedauern, dass einige Personen unser Prank-Video negativ aufgefasst haben. Keineswegs beabsichtigten wir, dass Leute sich durch unser Prank-Video gestört fühlen.“ Das Video diene ausschließlich der Unterhaltung - außerdem habe man sich an die Rechtslage in Deutschland gehalten. „Die Polizei sprach ein temporäres Filmverbot für die Treppe aus, da dort zunehmend betrunkene Menschen vorbeikamen. Somit war das Filmen an anderen Standorten immer noch erlaubt.“ Bei der Polizei klang das Anfang der Woche noch ganz anders. Nach dem Einsatz teilte der Pressesprecher mit: „Die Polizeibeamten untersagten derartige Handlungen und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung ein.“

Auch zu dem Sturz der 24-Jährigen beschreiben die Macher des Youtube-Kanals „MGTV" ihre eigene Sicht der Dinge: „Direkt nach dem Schreck-Moment haben wir versucht, die Situation aufzuklären.“ Wohlgemerkt: blutüberströmt und mit einer Kettensäge in der Hand. Die beiden jungen Frauen liefen in Panik weiter. Die Youtuber behaupten: „Als die Polizei eintraf, stellte sich raus, dass dem Mädchen nichts passiert ist. Die Kettensäge wurde ohne Kette benutzt.“

Passanten in Flensburg sollten sich weiter in Acht nehmen und auf neue Horror-Streiche gefasst sein: „Wir haben kein Filmverbot und weitere Videos werden folgen“, kündigen die Filmemacher an. Neu ist ihre Idee übrigens nicht. Horror-Prank-Videos - das englische Wort „Prank" bedeutet „Streich“ - sind schon länger ein Youtube-Trend. Vor allem in den USA.

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erstellt am 24.Okt.2014 | 11:53 Uhr

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