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Kreis Schleswig-Flensburg : Polizei kontrolliert Erntefahrzeuge

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schlecht sichtbare Beleuchtung, Überladung, Dreck auf den Straßen - Bauern standen am Dienstag im Visier der Polizei im Kreis Schleswig-Flensburg. Zehn Teams kontrollierten land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge.

shz.de von
erstellt am 15.10.2013 | 15:00 Uhr

Schleswig | Erntezeit ist oftmals auch Unfallzeit: Besonders bei trübem Herbstwetter oder in der Dunkelheit kommt es immer wieder zu Unfällen zwischen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern. In einigen Fällen spielten in der Vergangenheit auch teilweise erhebliche Mängel an den Erntefahrzeugen eine Rolle bei den Unfällen – Grund genug für die Polizei, die landwirtschaftlichen Erntefahrzeuge in einer groß angelegten Kontrollaktion auf ihre Sicherheit hin zu überprüfen.

 

Am Dienstag schwärmten zehn Kontrollteams mit je zwei Beamten im Kreis Schleswig-Flensburg aus, um die dort auf den öffentlichen Straßen fahrenden Landwirte mit ihren Fahrzeugen zu überprüfen. An einem Kontrollpunkt an der Kreisstraße in Sieverstedt konnte die Polizei gleich vier Fahrzeuge auf einmal kontrollieren, die im Rahmen der Erntearbeiten dort unterwegs waren. Wesentliche Beanstandungen gab es nicht – lediglich bei einem Mähdrescher mit Überbreite fehlten die nötigen Genehmigungspapiere, die von der Disponentin der Firma jedoch schnell an die Kontrollstelle gebracht wurden. Nach einer Überprüfung hieß es dann „Freie Fahrt“ für den Mitarbeiter eines Lohnunternehmens.

Ein anderes Ergebnis nahm eine Kontrolle auf der Landesstraße 28 bei Böklund: Hier stoppte die Polizei einen Traktor mit einer angebauten Drillmaschine. Die spitzen Zinken ragten am Heck in die Fahrbahn. „Lebensgefährlich für andere Verkehrsteilnehmer“, macht Einsatzleiter Dirk Renk deutlich. Eine Weiterfahrt war für den Landwirt somit nicht möglich. Da er jedoch kein erforderliches Werkzeug für die Demontage dabei hatte, geleiteten ihn die Beamten mit ihrem Streifenwagen bis an den geplanten Einsatzort auf einem Feld in der Nähe – verbunden mit der Auflage, dass spitze Gerät nach getaner Arbeit ordnungsgemäß zu demontieren. Den Fahrer erwartet nun ein Verwarngeld in Höhe von 25 Euro.

Insgesamt fällt das Fazit der Polizei über die Verkehrssicherheit der Erntefahrzeuge jedoch positiv aus. „Am Montag haben wir im Kreis Nordfriesland rund 100 Fahrzeuge kontrolliert – rund 30 bis 40 Fahrzeuge wiesen Mängel auf, die relevant waren“, sagt Einsatzleiter Renk. „Insgesamt geht es dabei oft nur um fehlende Papiere oder Beleuchtungseinrichtungen“, so Renk weiter. Insgesamt seien die Erntefahrzeuge in einem guten technischen Zustand und der Großteil der Landwirte und Lohnunternehmer würde sich auch an die technischen Bestimmungen halten.

Die Kontrollaktion findet nach 2012 bereits im zweiten Jahr in Folge statt. „Uns geht es nicht darum, die Landwirte zu schikanieren – wir wollen nur, dass die Sicherheit auf den Straßen in Verbindung mit den oft sehr großen Fahrzeugen so hoch wie möglich ist“, sagt Renk. Auch an die Autofahrer richtet er den Appell, während der Erntezeit umsichtig zu fahren und aufmerksam zu sein. „Wenn man ein solches Fahrzeug auf der Straße sieht, sollte man immer die Geschwindigkeit etwas verringern, um reaktionsbereit zu sein und dann vorsichtig vorbeifahren.“

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