Feuer in Flensburg : Mann nach Brand in Mehrfamilienhaus gestorben

Die Feuerwehr rückte mit einer Drehleiter an, um den Brand zu löschen.
Die Feuerwehr rückte mit einer Drehleiter an, um den Brand zu löschen.

In einem Mehrfamilienhaus in Flensburg bricht nachts ein Feuer aus, die Einsatzkräfte finden einen Mann in seinem Bett. Schon Stunden zuvor kontrollierte die Feuerwehr das Haus - wegen eines mysteriösen Brandgeruchs.

shz.de von
19. Juni 2014, 18:03 Uhr

Flensburg | Bei einem Feuer in Flensburg ist ein Mann in der Nacht zu Donnerstag lebensgefährlich verletzt worden. Der Flensburger erlitt schwere Verbrennungen dritten Grades und eine schwere lebensgefährliche Rauchgasintoxikation. Im Krankenhaus verstarb der 44-Jährige am Donnerstagnachmittag, teilte die Polizei mit.

Dichter Qualm und Flammen schlugen aus der Wohnung im zweiten Obergeschoss, als Passanten gegen 2.10 Uhr in der Katharinenstrasse den Brand bemerkten und die Feuerwehr alarmierten. Als diese wenig später eintraf, stand bereits die gesamte Wohnung in Flammen. Sofort nahmen die Einsatzkräfte die Löscharbeiten auf. Dabei machten sie dann rund 20 Minuten nach Eingang des Notrufes eine schreckliche Entdeckung: Sie fanden den Mieter der Wohnung leblos in seinem Bett. Sofort wurde der Mann ins Freie gebracht, dort vom Rettungsdienst reanimiert und in Begleitung des Notarztes in die Diako eingeliefert, wo er am Donnerstagnachmittag verstarb.

Der Brand hatte sich bereits weit ausgebreitet. Das Feuer hatte auch schon auf die Dachisolierung übergegriffen. Daher setzte die Feuerwehr die Drehleiter ein, um das Dach zu öffnen und die weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Da auch elektrische Leitungen in dem Haus durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurden, musste in dem gesamten Mehrfamilienhaus durch die Stadtwerke der Strom abgestellt werden, sodass auch die Bewohner der anderen Wohnungen nicht in das Haus zurückkehren konnten.

Noch während der Löscharbeiten nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache auf.  Wie sich bestätigte, brach das Feuer den Ermittlungen zur Folge im Schlafzimmer der brandbetroffenen Wohnung aus. Die Wohnung wurde durch den Brand vollständig zerstört. Vor allem durch die nötigen Löscharbeiten entstand auch Schaden in darunter liegenden Wohnungen. Es entstand geschätzter Sachschaden in Höhe von über 100.000 Euro.

Für die Feuerwehr war es in der Nacht nicht der erste Einsatz in der Straße. Bereits drei Mal vor Entdeckung des Wohnungsbrandes hatten sich Anwohner über Brandgeruch und eine Rauchentwicklung gewundert und die Feuerwehr alarmiert. Die Einsatzkräfte waren dort bereit gegen 18 Uhr, kurz vor 22 Uhr und nochmals um 23 Uhr im Einsatz. „Wir haben bei den vorhergehenden Einsätzen alles gründlich kontrolliert und haben keinen Brandherd feststellen können“, so Einsatzleiter Marco Bayer.

Auch in dem vom Brand betroffenen Haus habe man unter anderem die ausgebrannte Wohnung gegen 18 Uhr von außen mit der Drehleiter kontrolliert und in die Fenster geleuchtet. „Da war absolut nichts festzustellen“, erklärt Bayer. Da für die Einsatzkräfte bei den vorhergehenden Einsätzen außer einem Geruch nach verbranntem Plastik kein Brandherd und keine Rauchentwicklung feststellbar war, mussten sie wieder abrücken. „Es ist als sehr unwahrscheinlich einzustufen, dass solch ein Brand mehrere Stunden unentdeckt bleibt und dann erst in der Nacht in diesem Ausmaß ausbricht“, so Einsatzleiter Bayer. Er geht von einem Zufall aus.

Am Donnerstag und Freitag waren spezialisierte Ermittler vor Ort, um nach der Brandursache zu forschen. Nach aktuellem Ermittlungsstand war die betroffene Wohnung nicht stromversorgt, ein technischer Auslöser für den Brand ist demnach unwahrscheinlich. Ebenfalls ergaben sich bislang keine Hinweise auf vorsätzliche Brandlegung. Daher konzentrieren sich die Ermittler nun auf die Suche nach Spuren für mögliche Brandherde aus dem Haushalt.

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