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Zwei Tote in Handewitt : Gefährliche Bergung nach Flugzeugabsturz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Ultraleichtflugzeug stürzt nahe Handewitt im Kreis Schleswig-Flensburg in ein Waldstück. Das Wrack ist explosiv - der Kampfmittelräumdienst muss anrücken.

Handewitt | Es ist kurz nach elf Uhr am Sonntagvormittag, als ein Ultraleichtflugzeug vom Flugplatz Flensburg-Schäferhaus startet. Doch nach nur wenigen Augenblicken nimmt der Flug ein dramatisches Ende. Die Maschine stürzt direkt neben der Bundesstraße 199 ab. Beide Insassen - ein Mann und eine Frau aus dem Raum Flensburg - kommen bei dem Absturz ums Leben.

Den Ersthelfern und Rettungskräften bietet sich ein schrecklicher Anblick: Ein völlig zerstörtes Flugzeug liegt auf einem kleinen Waldweg an einer Fußgängerunterführung, zudem laufen große Mengen Kraftstoff aus. Für die beiden Insassen kommt jede Hilfe zu spät.

Wie Polizeisprecher Matthias Glamann berichtet, ist die Ursache für den Absturz noch völlig unklar. „Es sind Kripobeamte und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in die Ermittlungen eingebunden“, sagt Glamann. Anwohner berichten, dass kurz vor dem Absturz der Motor des Flugzeuges ausgesetzt haben soll.

Auch für die Feuerwehr zieht der Flugzeugabsturz einen stundenlangen Einsatz nach sich. „Zuerst haben wir den auslaufenden Kraftstoff abgebunden und damit die Brandgefahr minimiert“, erklärt Einsatzleiter Roland Setz. Die Kreisstraße zwischen Flensburg und Handewitt wird voll gesperrt. Weitere Arbeiten an dem Wrack sind bis zum späten Nachmittag zu gefährlich für die Einsatzkräfte, da das Flugzeug über einen Rettungsfallschirm verfügt, der über eine Sprengkapsel aktiviert wird. „Diese muss zunächst unschädlich gemacht werden – ansonsten besteht für die Einsatzkräfte höchste Gefahr“, sagt Setz. Deshalb wird der Kampfmittelräumdienst der Polizei angefordert.

 

Erst nach der Entschärfung kann die Feuerwehr dann auch die beiden Toten aus dem Flugzeugwrack bergen. Danach soll das Flugzeug geborgen und abtransportiert werden. Speziell ausgebildete Einsatzkräfte sind für die psychologische Betreuung der Helfer vor Ort. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass die Bergungsarbeiten noch bis in die Nacht andauern werden.

Vermutlich handelt es sich bei den Toten um den 53-jährigen Flugzeughalter und seine Begleiterin, eine 46-jährige Frau. Die Polizei kann das am Abend nicht bestätigen. Bekannt sei aber, dass der 53-jährige den Flug angemeldet hatte.

Bei der verunglückten Maschine handelt es sich um ein Flugzeug des Bredstedter Flugzeugbauers „Breezer“. „Das sind eigentlich sehr gutmütige Flugzeuge mit zuverlässigen Motoren, die einen ausgezeichneten Ruf haben“, sagt Fluglehrer Klaus Dieter Delfs, der selbst lange Zeit für den Flugzeugbauer gearbeitet hat. „Für mich ist es absolut unverständlich, wie es zu dem Absturz kommen konnte“, resümiert er nach einem ersten Blich auf die Unglücksstelle. „Den Piloten kannte ich persönlich und bin auch schon mit ihm geflogen – er machte immer einen absolut ruhigen und souveränen Eindruck im Cockpit.“

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erstellt am 06.Okt.2013 | 14:00 Uhr

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