zur Navigation springen

Nach Brandstiftung an Schützenkuhle : Exe-Häuser in Flensburg werden abgerissen

vom
Aus der Onlineredaktion

Im November 2013 brannte es an der Exe, im Juli 2014 wurde ein Mann verurteilt. Jetzt beginnt das nächste Kapitel.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2015 | 10:42 Uhr

Flensburg | Fast eineinhalb Jahre nach der Brandstiftung werden am Dienstag die Exe-Häuser an der Schützenkuhle in Flensburg abgerissen. Der Abriss der Gebäude werde etwa fünf Wochen dauern, sagt Bauleiter Werner Sörensen vom Entsorgungsunternehmen Balzersen. „Nach den Entkernungsarbeiten und der Entfernung der ,Außenhülle‘ des Hauses beginnen wir jetzt mit einem Bagger mit einem Greifer von oben den Abbruch.“ Damit seien aktuell drei Arbeiter beschäftigt, sagt Sörensen. Zuvor hatten sechs Mitarbeiter der Firma die Vorarbeiten erledigt. Das komplette Material werde direkt vor Ort nach Bauschutt, Holz und Glas sortiert. „Rund 95 Prozent des Abbruchmaterials kann wiederverwendet werden. Das Holz wird geschreddert, der Bauschutt wieder aufbereitet, um zum Beispiel beim Straßenbau zum Einsatz zu kommen.“ Das meiste Material werde in Harrislee auf dem Firmengelände recycelt, der Rest komme auf die Deponie. „Insgesamt werden wir rund sieben bis achttausend Tonnen Material abtragen“, sagt Sörensen.

Der Brand und der folgende Prozess gegen den Brandstifter hatten in der Stadt für Aufregung gesorgt. Gegen 3.50 Uhr am 18. November 2013, einem Dienstag, gab es eine Verpuffung im Dachgeschoss des Wohnkomplexes. Kurz darauf schlugen Flammen meterhoch in den Nachthimmel. Der Dachstuhl und mehrere Wohnungen brannten vollständig aus. Die Dachstühle zweier weiterer Häuser wurden erheblich beschädigt. Noch am selben Tag nahm die Polizei einen Verdächtigen fest.

Der 49-jährige wurde am 30. Juni 2014 vom Landgericht in Flensburg verurteilt - zu acht Jahren und sieben Monaten Haft wegen versuchten Mordes. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann den Vorsatz gefasst hatte, seine langjährige Lebenspartnerin zu töten. Sie hatte sich ein paar Monate zuvor von ihm getrennt. Nachts gelangte er ins Haus - mit 13 Litern Superbenzin, das er sich abends an einer Tankstelle besorgt hatte. Auf dem Boden verteilte er den Brandbeschleuniger da, wo er die Wohnung der Frau vermutete.

Unser Archiv-Video entstand am Tag des Brandes:

Die Häuser an der Exe waren eine Blickfang für Autofahrer und Passanten - mit einem Mann und einer Frau bemalt, die an der Fassade hochkletterten.

Was entsteht nun auf dem Platz? Der Selbsthilfe-Bauverein stellte im September die Baupläne vor. Geplant sind drei viergeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 47 Wohnung und großen Giebeln geplant Die Wohnungen sollen zwischen 33 und 80 Quadratmetern groß sein. Die meisten Wohnungen bekommen Balkone auf der Gartenseite. Die Kosten: 5,3 Millionen Euro. 32 Wohnungen werden öffentlich gefördert, 15 frei finanziert.

So soll die neue Bebauung aussehen:

Farbenspiel: An der Straße Zur Exe entstehen drei moderne graue Giebel, der westliche davon (links im Bild) mit einer rötlichen Tönung, der östliche mit einer gelben.
Farbenspiel: An der Straße Zur Exe entstehen drei moderne graue Giebel, der westliche davon (links im Bild) mit einer rötlichen Tönung, der östliche mit einer gelben. Foto: Architekturbüro Johannsen und Fuchs
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen