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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 15:52 Uhr

Meisterwerke der Musik aus der Neuen Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Sydslesvigsk Forening als Kulturträger der dänischen Minderheit lädt ein zum Konzert mit dem Sønderjyllands Symfoniorkester aus Sonderburg: „Schöne neue Welten – Fagre nye verdener“: heute, 20 Uhr, Deutsches Haus, Flensburg. Mit dem Dirigenten Andreas Delfs präsentieren die Musiker Beethovens 3. Sinfonie „Eroïca“ und Dvoráks 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“.

Eingängige Melodien? Mitreißender Rhythmus? Leidenschaftliche Dynamik? Was davon ist es, das ein Kunstwerk über Jahrhunderte an der Spitze der Beliebtheitsskala ansiedelt? Das fragt Andreas Delfs mit Blick auf das Konzert mit dem Sønderjyllands Symfoniorkester heute Abend in seiner Heimatstadt Flensburg, das er dirigieren wird. Denn „von all dem haben beide Sinfonien ein Übermaß“, attestiert Delfs der 3. Sinfonie von Beethoven, die auch „Eroïca“ heißt, und der 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Dvorák. Letztere aus der Feder des böhmischen Komponisten sei in New York entstanden, als Dvorák dort das Musikkonservatorium leitete. „Die Musik reflektiert nicht nur einige amerikanische Melodien oder das, was Dvorák dafür gehalten haben mag, sondern vor allem auch ein gewisses Tempo, ein quasi beschleunigtes Lebensgefühl“, erläutert Andreas Delfs (der gerade 55 geworden ist). Seiner Empfindung nach habe Antonín Dvorák Amerika tatsächlich als „brave new world“ empfunden, die zahllose Auswanderer anzog.

Währenddessen, so stellt der Dirigent gegenüber, habe Beethoven „wie immer bei ihm“ eine Utopie eines idealen, verklärten Helden beschrieben. „Seine ‚brave new world‘ ist eben die Welt der Menschlichkeit, der Verbrüderung und der grenzenlosen Gerechtigkeit.“

Neben Melodien, Rhythmus und Dynamik erkennt Delfs aber vor allem den Wert beider Werke zwischen den Zeilen. „Das Gefühl des Heimwehs, wie es Dvorák im 2. Satz schildere und Beethoven im 1. Satz, kenne ein jeder aus eigener Erfahrung. Das Nach-Erleben im Konzert lässt uns unsere eigenen Emotionen neu empfinden: Wir erinnern uns an die Größe unserer eigenen Erlebniswelt; wir fühlen uns erstarkt und erneuert“, sagt Delfs voraus und schiebt keck hinterher: „Ist doch nicht schlecht, oder?“ Ihm ergehe es ähnlich wie den Konzertbesuchern insofern, als dass er manchmal vergesse, Idealist zu sein – im „alltäglichen Kleinkrieg mit der Materie“. Der international gefragte Dirigent, der in den USA lebt, denkt dabei an allerlei praktische Erledigungen, für die er derzeit seinen Aufenthalt mit Frau und drei Kindern in der Heimat nutzt. „Die großen Meisterwerke der Musik erinnern mich an mein eigenes Potenzial. Und – das ist selten – es gibt in diesem Konzert sogar zwei davon!“ Es sei zwar nicht immer einfach, ein Orchester mit einer solchen Begeisterung anzustecken. Im Falle des Sønderjyllands Symfoniorkester jedoch sei das kein Problem. Klangkörper und Dirgent kennen einander nach jahrelanger Zusammenarbeit gut. „Ich liebe dieses Orchester“, schwärmt der Flensburger.


Tickets gibt es unter anderem im sh:z-Kundenzentrum Flensburg in der Nikolaistraße 7 und über http://ssf.billetten.dk.

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erstellt am 17.Sep.2014 | 18:44 Uhr

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