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Galwik Flensburg : Mehrheit futsch: Hotel am Brauereiweg scheitert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

CDU knickt ein und versagt die Zustimmung / OB Fabers dringender Appell blieb ohne Wirkung

Das Galwik-Hotel am Brauereiweg wird nicht gebaut. Der Umwelt- und Planungsausschuss hat das schon weit fortgeschrittene Projekt in letzter Sekunde gekippt – mit den Stimmen fast aller Fraktionen. Damit wurde letzten Endes dem öffentlichen Druck, der vor allem durch die Geschäftsführung und zuletzt auch die Belegschaft der Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft (FFG) aufgebaut wurde, nachgegeben.

Selbst Oberbürgermeister Simon Faber konnte das drohende Unheil einer Abstimmungsniederlage nicht mehr abwenden. Eindringlich warb er für die Zustimmung zum Gemeindlichen Einvernehmen für das Bauvorhaben eines „ernsthaften Hotel-Investors aus Hamburg“, so Faber. Es sei in Deutschland „völlig normal, solche Hotels in Gewerbegebieten zu haben“. Er sehe die Verlässlichkeit der Stadt Flensburg auf die Probe gestellt. „Wenn Sie konsequent sind“, wandte er sich an den Ausschuss, „müssen Sie das Gemeindliche Einvernehmen erteilen.“

Formal ging es um die Frage, ob das Hotel drei- oder vierstöckig werden darf. Doch in Wirklichkeit war es eine Grundsatzfrage: Will man ein Investment genehmigen, das eine Mehrheit des Ausschusses gemeinsam auf den Weg gebracht hat, das Rückenwind durch ein Lärmgutachten erhalten hat und aus Sicht dieser Mehrheit auch in das Gewerbegebiet Galwik passt? Und ist man auch bereit, das Argument einer möglichen Gefährdung mehrerer hundert Arbeitsplätze vom Tisch zu wischen, auch wenn der Beweis für diese Gefährdung schuldig geblieben wurde?

Die Mitglieder im Ausschuss haben sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. Arne Rüstemeier (CDU) erinnerte daran, dass man etliche Gespräche geführt habe. Sein Eindruck: „Da ist eine gefühlte Bedrohung durch einen neuen Player. Das Hotel wird als Störfaktor wahrgenommen.“ Das Argument, der Betreiber des Hotels könnte irgendwann Lärmauflagen durchsetzen, die die FFG und andere Betriebe beschränken, machten sich weder er noch andere Politiker zu eigen.

„Wir beschädigen den Lärmgutachter, den Investor und den Ruf Flensburgs“, warnte Stefan Thomsen (Grüne) und fragte: „Was sind die eigentlichen Gründe, dieses Hotel zu verhindern?“ Edgar Möller (SSW) berief sich auf den gesunden Menschenverstand und begründete damit das Nein des SSW – trotz Simon Fabers Werben. Man habe dieser Planung immer kritisch gegenüber gestanden. Für die SPD sagte Florian Matz, man nehme die Ängste der FFG-Belegschaft ernst. Sein Parteikollegen Axel Kordt stimmte neben Thomsen als einziger dem Antrag zu. Mit bitterem Unterton zollte er der FFG Respekt: „Sie haben es geschafft, die öffentliche Meinung in der Stadt zu drehen.“ Auch er habe Angst um die Arbeitsplätze – „wenn Ihre Geschäftsführung Sie das nächste Mal als Geisel nimmt!“

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erstellt am 12.Nov.2014 | 08:30 Uhr

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