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Flensburger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 23:12 Uhr

Bayern rocken Flensburg : Mehr Sturm als Stille

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sportfreunde Stiller reißen ihre Fans mit im ausverkauften Deutschen Haus.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2016 | 05:51 Uhr

Freunde des Fußballsports kennen die Sportfreunde Stiller von der WM-Hymne 2006, die wegen der Halbfinalniederlage gegen Italien ganz schnell aktualisiert wurde. Keine andere Band hat Fußball und Rock so kreativ und gnadenlos verschmolzen wie die drei Bayern. So geht der Bandname auf den Trainer der Bezirksligamannschaft des SV Germering zurück.

Mit dem intuitiven Wissen, in einer Handball-Hochburg zu Gast zu sein, hielt sich die Band mit Fußball zurück bei ihrem ersten Auftritt im hohen Norden, am Montag im ausverkauften Deutschen Haus. Lieber feierten sie mit den Fans ihren 20. Geburtstag. Das ist kaum zu glauben, wirken die Drei mit ihrem unbekümmerten jugendlichen Charme doch irgendwie immer noch wie eine erst kürzlich erwachsen gewordene Schülerband. Dabei ist Sänger und Gitarrist Peter Brugger gerade 44 geworden! Man muss die Musik der Sportfreunde nicht mögen – aber die Musiker, die muss man mögen. Wie sie mit dem Publikum kommunizieren, wie sie sich untereinander anfrozzeln, wie sie am Ende sogar die Instrumente tauschen – einfach nett. Der bayerische Zungenschlag wird erst hörbar, wenn Brugger spricht; singend ist er nicht erkennbar. Auch charmant.

Sie können es sich leisten, einen ihrer größten Hits „New York Rio Rosenheim“ gleich als zweite Nummer und nicht erst als zweite Zugabe zu spielen. Schwerpunkt des Abends sind die Stücke ihres aktuellen Albums „Sturm und Stille“, doch die Fans wollen natürlich auch die großen Hits hören wie „Applaus Applaus“, und die bekommen sie auch. Gefühlt singt jeder im Saal mit, denn zum Mitsingen sind die Hymnen der Sportfreunde gut geeignet.

Die Rockmusik neu erfunden haben sie indes nicht. Der Stiller-Rock ist so etwas wie der Fond aus einer 30 Jahre auf kleiner Flamme köchelnden Sauce aus tausend Riffs, Figuren und Soli. Alles klingt total vertraut, unschwer ahnt man den jeweils nächsten Akkord voraus.

Macht nichts: Durch die Stimme Bruggers und die direkten, total ungekünstelten Texte bekommt die Stiller-Musik ihren unverkennbaren Stempel. „Ich hab noch nie gemacht, was ich sollte, sondern immer nur das, was ich wollte“: Das ist vielleicht nicht Lyrikpreis-verdächtig, aber eindeutig. Auch das hier: „Und weil du mir so viel bedeutest, bist du ein Geschenk, du bist ein Geschenk“.

Auch die Sportfreunde können’s leise, schließlich heißt das neue Album „Sturm und Stille“. Der Zugabenblock beginnt mit den unvermeidlichen Unplugged-Versionen, aber auch das klingt gut. Danach darf dann sogar Drummer Flo den Leadgesang übernehmen und Brugger zeigt, dass er auch trommeln kann. Echt sportlich, diese Bayern.

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